Piazza del Duomo
Du betrittst die Piazza del Duomo durch die Propyläen und stehst plötzlich in einem geschlossenen Hof aus barockem Stein. Genau so war es gedacht: Der Platz ist der einstige Innenhof der bischöflichen Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert, die eine eigene Mauer besaß. Um dich herum stehen die Kathedrale Santa Maria Assunta mit ihrem Glockenturm, der Bischofspalast und der Palazzo del Seminario.
1659 beauftragte Bischof Luigi Pappacoda den Lecceser Architekten Giuseppe Zimbalo, genannt lo Zingarello, die Kathedrale im Lecceser Barock neu zu bauen. Zimbalo behielt den Grundriss der romanischen Vorgängerkirche bei, 1670 weihte Pappacoda den Neubau selbst. Achte auf die Schauseite, die dir zugewandt ist: Sie ist eine falsche Fassade, ein Kunstgriff wie auf einer Bühne, damit die Kirche vom Platz aus prächtig wirkt. Auch die Nachbarbauten erhielten damals denselben Stil.
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts ließ Bischof Alfonso Sozy Carafa durch den Architekten Emanuele Manieri die alten Eingangsmauern abreißen. An ihre Stelle traten Zwillingspaläste mit den Propyläen, die zugleich die Angeln neuer Tore trugen und die Besucher feierlich auf den Platz leiteten. Manieri gab auch dem Seminar seine heutige, wuchtig nüchterne Fassade. Verschlossen blieb der Platz bis in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts; dann verschwanden die Tore, und aus der Corte del Vescovado wurde die Piazza del Duomo. Der Stadt gehört er übrigens bis heute nicht, sondern der Diözese.
Der Platz ist frei und jederzeit offen. Dom, Glockenturm und das alte Priesterseminar siehst du mit dem Kombiticket, das auch die Basilika Santa Croce einschließt; wer Barock von innen erleben will, kann es schon hier nutzen. Danach sind es 420 Meter, etwa 6 Minuten, zum Teatro romano di Lecce.














