Piazza Vittorio Veneto
Der Anfang wirkt unscheinbar: ein weiter, offener Platz, an dem noch nichts nach Höhlenstadt aussieht. Doch die Piazza Vittorio Veneto ist eine Grenze. Auf der einen Seite liegen die Sassi, in denen über Jahrhunderte die Bauernfamilien lebten, auf der anderen der Teil, den die Materaner „al piano“ nennen, die Ebene, wo die bürgerlichen Familien wohnten. Wer hier steht, steht genau auf der Naht zwischen beiden Welten.
Dass der Boden unter dir fest ist, war harte Arbeit. Das Gelände war ursprünglich lehmig; man schüttete es mit Erde und Schutt auf, um es zu verfestigen und bebauen zu können. Und unter dem Pflaster liegt noch etwas: die größte unterirdische Zisterne der Stadt, die du gleich besuchst. Matera beginnt also nicht auf dem Boden, sondern darunter.
Ein Datum verändert diesen Platz komplett: der 2. Juli. Am Abend wird der Triumphwagen der Madonna della Bruna hierher gebracht, gebaut aus Pappmaché und von Maultieren gezogen, und die Menge darf ihn zerlegen. Um Mitternacht folgt ein Feuerwerk über den Sassi. Wer das erleben will, plant Monate im Voraus; wer Ruhe sucht, meidet diese Woche. Bedenke auch, dass die beiden Felsenkirchen der Route an diesem Tag geschlossen bleiben.
Zum Eingang des Palombaro lungo sind es nur 150 m, etwa 2 Minuten; unterwegs liegen der Matera Central Market und der Matera Earth Market.
















