Castel dell'ovo
Du beginnst direkt am Wasser, auf Megaride, einer einstigen Insel, die heute eine Halbinsel ist. Das Castel dell'Ovo ist derzeit geschlossen, du erlebst es also von außen: die mächtigen Mauern, die aus dem Golf von Neapel wachsen. Es ist das älteste Kastell der Stadt, und hier fängt Neapel tatsächlich an.
Der Name heißt „Eierkastell“ und geht auf eine Legende zurück. Im Mittelalter galt der römische Dichter Vergil als großer Zauberer und Seher. Er soll ein magisches Ei in die Fundamente gelegt haben, das die Mauern trägt. Dort liege es noch immer, zusammen mit seinen Gebeinen. Zerbräche das Ei, würde das Kastell einstürzen und eine Kette von Katastrophen über Neapel hereinbrechen.
Die Geschichte des Felsens ist älter als jede Burg. Um 650 v. Chr. gründeten Griechen aus Cumae hier am Hafen eine Siedlung, Palaeopolis, die „Alte Stadt“. Als die Bewohner landeinwärts eine Neustadt anlegten, hieß sie Neapolis, daher der Name Neapel. Im 1. Jahrhundert v. Chr. baute der Römer Lucullus hier an seiner prächtigen Villa, und 476 wurde Romulus Augustulus, einer der letzten weströmischen Kaiser, an diesen Ort verbannt.
Die erste eigentliche Burg errichteten die Normannen im 12. Jahrhundert; Roger machte sie 1140 zu seinem Sitz. Erst als Karl I. von Anjou ein neues Kastell baute und den Hof dorthin verlegte, wurde das Eierkastell zur Schatzkammer und zum Gefängnis. Diesen Nachfolger siehst du später am Hafen. Jetzt gehst du 1450 Meter, etwa 21 Minuten, zur Piazza del Plebiscito.
























