Kathedrale San Giovanni Battista
Schau dir zuerst die Fassade der Kathedrale San Giovanni Battista in Ruhe an. Die bossierten Pilaster und das mächtige Hauptportal sind Details, die eigentlich in den Barock rund um Acireale und Catania gehören; das Portal ähnelt auffällig dem Marmorportal der Kathedrale von Acireale. Kein Zufall: Zwei Baumeister aus Acireale, Giuseppe Recupero und Giovanni Arcidiacono, haben vermutlich an der Planung mitgewirkt. Die Kuppel kam 1783 dazu, ihre Kupferverkleidung erst im 20. Jahrhundert.
Vor dem Erdbeben von 1693 stand die Kirche ganz woanders: im Westen des alten Ragusa, unter den Mauern der mittelalterlichen Burg, dort, wo heute die kleine Kirche Santa Agnese auf ihren Ruinen steht. Nach der Katastrophe bauten die Gläubigen im neuen Viertel, der Contrada Patro, neu. Am 15. April 1694 legten sie den Grundstein, und schon am 16. August wurde die Kirche feierlich eröffnet, im Beisein aller Würdenträger der Grafschaft. Nach nur vier Monaten Bauzeit war das freilich eine kleine Kirche, zu klein für das wachsende Viertel.
Hier beginnt die Geschichte, die dich bis Ibla begleitet. Die Sangiovannari, die Gemeinde von San Giovanni, hatten als Erste wieder eine eigene Kirche, und das schürte den alten Groll gegen die Sangiorgiani, die im ursprünglichen Stadtkern festhielten. Das Beben hatte die Rangordnung der beiden Lager umgekehrt. 1714 wurde San Giovanni eigenständig, 1718 begann am selben Platz der Bau einer größeren Kirche, und am 30. Mai 1778 weihte sie der Bischof von Syrakus, Giovanni Battista Alagona.
Der Eintritt ist frei, ein Blick hinein lohnt sich für alle, die das Gegenstück zu San Giorgio kennen wollen, bevor sie in Ibla ankommen. Danach gehst du 2220 m, etwa 29 Minuten, zur Scala di Santa Maria delle Scale.












