Antikes Theater Taormina
Such dir zuerst einen Platz in der Cavea, der Tribüne, und schau nach vorn. Das Bühnengebäude aus römischem Ziegel zeigt dir seine zweigeschossige Schaufassade: Nischen, in denen einst Statuen standen, davor gesetzte Säulen. Mittendrin öffnet sich eine etwa zehn Meter breite Lücke, und genau durch sie fällt dein Blick auf den Ätna und die Bucht von Giardini-Naxos. Bühne, Orchestra und Tribüne liegen eingebettet im Hang.
Der Name Teatro Greco erzählt nur den Anfang. Griechen errichteten hier im 3. Jahrhundert v. Chr. einen Vorgängerbau für Schauspiele, im 2. Jahrhundert v. Chr. entstand darüber ein römischer Bau. Daher die Besonderheit: Römische Theater standen sonst frei, dieses hier sitzt im Hang, weil es auf dem griechischen aufbaut. Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurde es zur Arena umgebaut, der Zuschauerraum noch einmal deutlich erweitert, und fortan gab es Gladiatoren- und Tierkämpfe statt Tragödien.
Die Sitzreihen wurden teils direkt in den Fels geschlagen und boten schon damals Platz für etwa 5400 Menschen; die unterste Reihe misst 62 m im Durchmesser, die oberste 147 m. Insgesamt ist die Anlage 120 m lang, 50 m breit und 20 m hoch. Auf Sizilien übertrifft sie nur das Theater von Syrakus. Nach dem Ende des Römischen Reichs verfiel sie, Kriege setzten ihr zu. Im 19. Jahrhundert rekonstruierte man das Bühnengebäude teilweise, die Marmorsäulen wurden zwischen 1835 und 1840 aufgestellt. Auch Goethe hat das Theater besucht.
Der Eintritt lohnt sich für jeden, der auf dieser Route nur einen Innenbesuch machen will. Nimm das Antiquarium nebenan mit, ein kleines archäologisches Museum. Die meisten Funde liegen zwar in Neapel, Messina und Syrakus, doch ein Marmorsockel bleibt hängen: Seine Inschrift berichtet, dass Tauromenion bei den antiken Olympischen Spielen einen Sieg im Pferderennen errang. Danach sind es nur 360 m, rund 4 Minuten, bis zum Corvaja Palast.


















