Mengjia Longshan-Tempel
Du betrittst das Gelände durch das Drachentor und verlässt es später durch das Tigertor, so will es die Ordnung des Tempels. Am Tor gilt eine alte Etikette: Tritt nicht auf die Schwelle. Drinnen merkst du schnell, dass der Mengjia Longshan-Tempel mehr ist als ein buddhistisches Heiligtum. Verehrt wird vor allem Guanyin, daneben gibt es Hallen und Altäre für Gottheiten der chinesischen Volksreligion wie Mazu und Guan Yu.
Gegründet haben ihn 1738 Siedler aus Fujian, während der Qing-Herrschaft. Sie kamen aus den Kreisen Jinjiang, Nan'an und Hui'an und hingen an ihrem alten Longshan-Tempel daheim, einem Heiligtum aus dem siebten Jahrhundert. Also bauten sie in ihrer neuen Siedlung Bangka, wie das Viertel damals hieß, einen Zweigtempel mit demselben Namen. Er war Gebetsort und Treffpunkt zugleich, das Herz der Neuankömmlinge.
Vom Bau von 1738 ist nichts mehr übrig. Erdbeben und Brände haben den Tempel immer wieder ganz oder teilweise zerstört, und jedes Mal haben ihn die Menschen der Stadt neu errichtet. Unter japanischer Herrschaft begann 1919 ein Neubau, vollendet 1924. Am 31. Mai 1945 trafen ihn amerikanische Bomben, weil die Japaner dort angeblich Waffen versteckten. Haupthalle und linker Gang wurden beschädigt, viele Kunstwerke gingen verloren, darunter eine Statue des Shakyamuni samt Seitenhalle. Nach dem Krieg baute man erneut auf.
Der Eintritt ist frei, und der Besuch lohnt sich für jeden, auch wenn du nur eine halbe Stunde bleibst. Danach gehst du 1210 m, etwa 17 Minuten, nach Ximending, das ebenfalls im Bezirk Wanhua liegt.


















