Slowakische Nationalgalerie
Dein Rundgang beginnt an der Donau, in der barocken Wasserkaserne (Vodné kasárne) an der Uferpromenade. Hier hat die Slowakische Nationalgalerie ihren Hauptsitz, der größte Verbund von Kunstmuseen im Land. Der Eintritt ist frei.
Dass es diese Galerie gibt, war lange undenkbar. Im Habsburgerreich gehörte die heutige Slowakei zu Ungarn und stand unter starkem Magyarisierungsdruck. Die Erste Tschechoslowakische Republik war zwar demokratisch, sah Tschechen und Slowaken aber offiziell als eine einzige Nation. Erst am 29. Juli 1948, wenige Monate nach der kommunistischen Machtübernahme, beschloss der Slowakische Nationalrat das Gründungsgesetz. Treibende Kraft war Ladislav Novomeský, zuständig für Schulwesen und Volkskultur. Gedankt wurde es ihm nicht: 1950 wurde er entlassen, 1951 inhaftiert.
Die Anfänge waren bescheiden: 500 Kunstwerke, ebenso viele Bücher, zwei Mitarbeiter, zwei Ausstellungsräume. Unter dem Kunsthistoriker Karol Vaculík wuchs die Sammlung bis 1953 auf gut 2500 Werke. Schon 1951 fiel die Wahl auf die Wasserkaserne als neuen Sitz; nach dem Umbau wurde sie 1955 zum zehnten Jahrestag der „Befreiung“ durch die Rote Armee feierlich eröffnet, mit einer Dauerausstellung slowakischer Kunst.
Lohnt sich der Besuch? Für alle, die Kunst mögen, unbedingt, zumal er nichts kostet; eine Dreiviertelstunde ist ein guter Rahmen. Wer vor allem die Stadt sehen will, wirft einen Blick ins Haus und geht weiter. Zum Martinsdom sind es 490 m, etwa 7 Minuten.




















