Bergkirche
Die Bergkirche ließ Fürst Paul Esterházy im frühen 18. Jahrhundert errichten, nur ein kurzes Stück westlich des Palastes seiner Familie, die von Eisenstadt aus ihre Güter regierte. Der Name hat einen doppelten Sinn: Die Kirche steht auf einer Anhöhe, und beim Bau wurde zusätzlich Erde aufgeschüttet, damit sie noch höher aufragt. Schon von außen siehst du, dass die Anlage aus zwei Teilen besteht: der fast quadratischen Kirche selbst und östlich davon dem Kalvarienberg, einem künstlichen Berg.
Drinnen wartet barocke Augentäuschung in Rosa und Grau, gemalte Architektur, die dem Raum mehr Tiefe gibt, als er hat. Schau in die Kuppel, die J. W. Baumgartner im späten 18. Jahrhundert ausmalte. Die Kirche kostet keinen Eintritt, und der Blick hinein lohnt sich für jeden.
In einer Seitenkapelle steht ein großer Marmorsarkophag, das Grab von Joseph Haydn, der den größten Teil seiner Laufbahn in Eisenstadt im Dienst der Esterházy verbrachte. Seit 1932 ruht hier fast sein ganzer Körper, der Schädel kam erst 1954 dazu, mit großem Zeremoniell. Auch die Orgel ist noch die originale aus dem 18. Jahrhundert, gebaut vom Wiener Orgelbauer Gottfried Malleck und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Auf ihr spielten Haydn und Beethoven bei Uraufführungen berühmter Werke; ihren alten Spieltisch findest du später im Haydn-Haus Eisenstadt.
Plane Zeit für den Kalvarienberg ein. Durch Gänge und Grotten im aufgeschütteten Berg kommst du an den Figuren der 24 Kreuzwegstationen vorbei, die Franziskanermönche vor über 250 Jahren schufen und kräftig, fast grell bemalten. Früher war der Berg ein Wallfahrtsziel und galt als achtes Weltwunder. Wie die Pilger damals gehst du die Stationen der Reihe nach ab, mal im Berg, mal darauf. Ob für diesen Teil Eintritt anfällt, erfährst du am Eingang.
Zum Österreichischen Jüdischen Museum sind es 450 m, etwa 6 Minuten, und der Weg führt dich durch das Jüdische Viertel Unterberg.












