Rumänisches Athenäum
Der runde, reich verzierte Bau mit seiner Kuppel ist das Konzerthaus der Stadt und gilt als ihr renommiertester Saal: Hier spielt die George-Enescu-Philharmonie, hier findet das George-Enescu-Festival statt. Der Stil ist neoklassizistisch mit romantischen Zügen. Vor dem Gebäude liegt ein kleiner Park mit einer Statue des Dichters Mihai Eminescu, von dort hast du die Fassade gut im Blick.
Die Idee kam von Bürgern, nicht vom Staat. 1865 gründeten Persönlichkeiten wie Constantin Esarcu, V. A. Urechia und Nicolae Kretzulescu eine Kulturgesellschaft, die ein Haus für Kunst und Wissenschaft wollte. Der französische Architekt Albert Galleron entwarf es auf einem Grundstück, das der Familie Văcărescu gehört hatte. Eingeweiht wurde 1888, gebaut noch bis 1897. Ein Teil des Geldes kam über eine öffentliche Sammlung, die 28 Jahre lief; ihr Slogan „Dați un leu pentru Ateneu!“, also „Gebt einen Leu fürs Athenäum!“, ist in Rumänien bis heute bekannt.
Am 29. Dezember 1919 stimmten hier führende Rumänen für die Vereinigung von Bessarabien, Siebenbürgen und der Bukowina mit dem alten Königreich: Großrumänien war besiegelt. 1992 rettete eine umfassende Restaurierung, unter anderem durch den Restaurator Silviu Petrescu, das Haus vor dem Einsturz. Die neun Millionen Euro teilten sich die Regierung und die Entwicklungsbank des Europarats.
Drinnen lohnt sich der Blick vor allem für das Fresko von Costin Petrescu: 75 Meter lang und 3 Meter hoch zieht es sich innen um die runde Wand des Konzertsaals. Der Saal hat 600 Plätze im Parkett, die übrigen verteilen sich auf 52 Logen; im Erdgeschoss liegt ein ebenso großer, prunkvoller Konferenzsaal. Der Besuch kostet Eintritt; wann du hinein kannst, erfährst du an der Kasse. Wer Musik liebt, erlebt den Saal am schönsten bei einem Konzert.
Vom Athenäum gehst du 1140 m, etwa 16 Minuten, zum CEC-Palast. Den Namen Costin Petrescu merkst du dir am besten, er taucht später am Cantacuzino Palast wieder auf.


























