Blaue Moschee
Sechs Minarette, ein großer Vorhof und darüber eine Kaskade aus Kuppeln: Eine zentrale Kuppel ruht auf vier Halbkuppeln, ganz im klassischen osmanischen Schema. Vor Ort heißt sie Sultanahmet Camii, nach ihrem Bauherrn. Den Beinamen verdankt sie dem Inneren, wo tausende Iznik-Fliesen und gemalte Blumenmotive in überwiegend blauen Tönen die Wände bedecken.
Sultan Ahmed I. ließ sie 1609 beginnen und 1617 vollenden, nach dem Frieden von Zsitvatorok, der das Ansehen des Reichs angekratzt hatte. Mit dem Bau wollte er Gottes Gunst gewinnen. Er war der erste Sultan seit Selim II., der wieder eine kaiserliche Moschee stiftete. Der Platz war bewusst gewählt: Gegenüber steht die Hagia Sophia, und Größe, Lage und Zahl der Minarette legen nahe, dass Ahmed sie übertreffen wollte.
Achte im Vorhof auf den Boden unter dir. Hier lagen einst die Tribünen des Hippodroms und die Kaiserloge. Bei Grabungen im frühen 20. Jahrhundert kamen im Hof antike Sitzreihen zum Vorschein. Zur Anlage gehören auch Ahmeds Grabbau und eine Medrese.
Der Besuch ist kostenlos und lohnt sich für jeden, schon wegen der Fliesen. Rund um die Gebete ist die Moschee für Besucher geschlossen, plane also etwas Puffer ein. Danach gehst du nur 240 m, drei Minuten, auf den Platz, auf dessen Tribünen du gerade standest.




























