Al-Hakim-Moschee
Du beginnst an der Ostseite der al-Muizz-Straße, kurz südlich von Bab al-Futuh, dem nördlichen Stadttor. Schau zuerst auf die beiden Minarette: Sie stecken in wuchtigen, quadratischen Bastionen. Die ursprünglichen Türme waren kunstvoll und in mehreren Stufen gegliedert, doch schon im Jahr 1010 wurden sie mit diesen massiven Ummantelungen umbaut. Warum, ist bis heute ungeklärt, und genau dieses Rätsel macht die Moschee so eigenwillig.
Begonnen hat den Bau 990 Kalif al-Aziz, Sohn des Stadtgründers al-Muizz. Ein Jahr später fand hier bereits das erste Freitagsgebet statt, obwohl der Bau unfertig war; vermutlich stand der Gebetssaal zuerst. Sein Sohn al-Hakim bi-Amr Allah, sechster Kalif der Fatimiden, ließ die Arbeiten ab 1002 mit seinem Bauaufseher weiterführen, eingeweiht wurde die Moschee im Ramadan 1013. Mit 120 mal 113 Metern war sie mehr als doppelt so groß wie die Al-Azhar-Moschee. Ihr zweiter Name lautet al-Anwar, die Erleuchtete.
Danach erlebte das Gebäude lange schlechte Zeiten: Es wurde vernachlässigt, für andere Zwecke genutzt und verfiel schließlich. Erst 1980 schlossen die Dawoodi Bohras eine große Restaurierung ab, seitdem wird hier wieder gebetet. Durch ein vorspringendes Eingangsportal kommst du in den weiten Innenhof, dahinter liegt die Säulenhalle des Gebetssaals.
Der Eintritt ist frei, du kommst aber nur außerhalb der Gebetszeiten hinein. 20 Minuten reichen, um den Hof auf dich wirken zu lassen. Dann gehst du 1020 m, rund 14 Minuten, nach Süden in den Basar, mitten hinein in das Gelände, auf dem einst der Palast der Fatimiden stand.












