Museum für prähistorisches Thera
Du beginnst mitten in Fira, und zwar an einem Ort mit eigener Geschichte: Das Museum für prähistorisches Thera steht auf dem Grundstück der alten Ypapanti-Kirche, die das schwere Erdbeben von Amorgos 1956 zerstört hat. Drinnen geht es um die Zeit lange vor jeder Kirche, vom späten Neolithikum über die frühen Kykladenkulturen hinein in die Bronzezeit.
Der Kern der Sammlung stammt aus Akrotiri, einer Siedlung auf einer Halbinsel im Südwesten der Insel. Ihre Geschichte reicht bis 3300 vor Christus zurück, ihre Blüte erlebte sie im 17. Jahrhundert vor Christus, und aus dieser Zeit ist hier besonders viel zu sehen. Die Räume sind chronologisch geordnet: Keramik, Skulpturen, Schmuck, Kultgegenstände und vor allem die Wandmalereien, die das Museum in großer Ausführlichkeit zeigt. Achte auch darauf, wie die Ausstellung die weitreichenden Kontakte der Insel zur Außenwelt erklärt.
Mein Tipp für den Rundgang durch die Vitrinen: Such die Vogelkannen aus der mittleren Kykladenzeit, oft mit Schwalben bemalt. Sie stammen aus dem frühen zweiten Jahrtausend vor Christus und wurden in Ftellos, Megalochori und Akrotiri gefunden. Daneben stehen frühkykladische Marmorfiguren, schlicht und erstaunlich modern in der Form.
Spannend ist auch, wie alles ans Licht kam. 1867 grub der französische Geologe Fouqué, nachdem Einheimische in einem Steinbruch alte Stücke gefunden hatten. Zwischen 1895 und 1900 legte der deutsche Archäologe Friedrich Hiller von Gaertringen auf dem Mesa Vouno die Ruinen des antiken Thera frei, einer Siedlung des 9. Jahrhunderts vor Christus, die als spartanische Kolonie gilt. Die großen Grabungen in Akrotiri leitete später die Archäologische Gesellschaft Athen.
Das Museum kostet Eintritt und lohnt sich für alle, die verstehen wollen, was Santorin vor dem Vulkan war; plane etwa eine Stunde ein. Danach folgt die längste Etappe: 2880 m und 49 Minuten durch Fira hinaus zum Skaros-Felsen.








