Ölberg
Der Ölberg ist ein Höhenzug östlich der Altstadt, jenseits des Kidrontals, das hier auch Tal Josaphat heißt. Seinen Namen hat er von den Olivenhainen, die früher seine Hänge bedeckten. Der Berg selbst hat drei Kuppen: Auf der mittleren stehen das russisch-orthodoxe Himmelfahrtskloster, ein islamisches Maqam und, rund 818 Meter hoch, die Himmelfahrtskapelle; auf der südlichen liegt der Komplex der Pater-Noster-Kirche, auf der nördlichen die Kirche Viri Galilaei.
Die Westhänge, die der Altstadt zugewandt sind, tragen seit über 3.000 Jahren einen jüdischen Friedhof mit rund 150.000 Gräbern. Wenn du die dicht gesetzten Grabsteine vor dir hast, verstehst du, warum dieser Hang in der jüdischen Tradition so zentral ist. Am Südende lag in der Antike die Nekropole von Silwan, die man der Oberschicht des Königreichs Juda zuschreibt.
Für Christen gehört der Berg zu den großen Pilgerorten. Mehrere Ereignisse aus dem Leben Jesu spielen laut den Evangelien hier, und die Apostelgeschichte nennt ihn den Ort, von dem Jesus in den Himmel auffuhr. Wegen dieser Verbindung zu Jesus und Maria wird hier seit der Antike gebetet. Oben liegt heute At-Tur, ein palästinensisches Viertel und früheres Dorf, das inzwischen zu Ostjerusalem gehört.
Der Berg ist frei zugänglich und rund um die Uhr offen; eine halbe Stunde reicht für einen ersten Eindruck. Dann geht es 1590 Meter, etwa 27 Minuten, hinüber in die Altstadt zur Via Dolorosa. Danach liegen die Stationen nur noch wenige Minuten auseinander.




















