Markt
Du stehst auf einem der größten historischen Marktplätze Europas: 120 mal 50 Meter, fast ein exaktes Rechteck. An der einen Schmalseite ragt die Nieuwe Kerk auf, an der anderen steht das Stadthuis, und wer sich einmal langsam um die eigene Achse dreht, hat das alte Delft im Kleinen vor Augen: Kirche gegenüber Rathaus, dazwischen der Handel. Auch die Seitengassen, die auf den Platz münden, zählen zum Markt.
Der Platz liegt auf einem versandeten Prielrücken und gehört deshalb zu den höchsten Stellen der Innenstadt. Im 12. Jahrhundert entstand Delft rund um einen gräflichen Fronhof, dessen Ostgrenze etwa dort verlief, wo heute das Rathaus steht; östlich davon lag das Marktfeld. Seit jener Zeit wird hier donnerstags Wochenmarkt gehalten, bis heute. Früher kamen zwei große Jahrmärkte dazu, einer zur Prozession am Odulphustag im Juni, einer am Eligiustag im Dezember.
Der Platz hat auch eine dunkle Seite: Öffentliche Hinrichtungen fanden meist hier statt, und bevor die Nieuwe Kerk gebaut wurde, stand im Ostteil der Galgen. Für den Kirchenbau schrumpfte das Feld 1396 um rund 34 Meter, 1421 gingen weitere 17 Meter für einen Friedhof ab. 1436 schenkte Graf Philipp der Gute der Stadt den Fronhof und das restliche Marktfeld; die Gebäude des Hofs dienten fortan als Rathaus.
Achte auf das Standbild des Hugo Grotius von 1886: Der Rechtsgelehrte wurde in Delft geboren, sein Grab findest du später in der Nieuwe Kerk. Der Platz ist rund um die Uhr frei zugänglich. Von hier sind es 300 Meter, etwa 4 Minuten, zur Oude Kerk.
















