Markt
Du stehst auf dem Platz, um den sich Gouda seit dem Mittelalter dreht. Achte zuerst auf seine Form: Der Markt ist mehr oder weniger dreieckig, und die Nord- und Nordostseite verläuft nicht gerade, sondern im Bogen. Vermutlich deshalb hieß dieser Teil des Platzes früher Regenboog, Regenbogen. Die Westseite war die Koestraat, weil hier Kühe gehandelt wurden, die Südostseite der Botermarkt. Die Namen stammen aus dem 14. Jahrhundert und waren noch im 20. Jahrhundert in Gebrauch.
Die Stadt kaufte das sumpfige Gelände einst den Herren Van der Goude ab, um hier ein neues Rathaus zu bauen. Bis zum Baubeginn 1448 vergingen allerdings Jahrzehnte. Gehandelt wurde auf dem Platz jahrhundertelang: Kühe, Pferde, Fleisch, Butter, Käse und andere Milchprodukte. Hier fanden die Jahrmärkte und die wöchentlichen Warenmärkte statt; der heutige Donnerstags- und Samstagsmarkt ist ein Überbleibsel davon. Der wichtigste Jahrmarkt war der Sint-Jacobsmarkt Ende Juli, aus dem die heutige Kirmes hervorging.
In der Saison lebt diese Tradition donnerstags im Käsemarkt weiter. Wenn du an so einem Donnerstag in Gouda bist, beginne den Rundgang genau hier, solange der Markt läuft.
Schau dich auch nach Arti Legi um, einem Bau des Architekten Willem Cornelis van Goor, zwischen 1853 und 1855 errichtet. Der Name verrät die einstige Doppelrolle: Arti für die städtische Zeichenschule, Legi für das Kantonsgericht. Heute dient das Haus unter anderem für Ausstellungen. Merk ihn dir, denn hier begann auch die Geschichte des Stadtmuseums.
Rathaus und Waage, die den Platz beherrschen, kommen später an die Reihe. Zuerst gehst du 280 Meter, etwa vier Minuten, zur Agnietenkapel an der Nieuwe Markt.














