Malecón von Havanna
Du startest am Meer. Der Malecón ist Uferpromenade, Straße und Schutzmauer in einem und zieht sich 8 km an der Küste entlang, von der Hafeneinfahrt in der Altstadt über Centro Habana und Vedado bis zur Mündung des Almendares. Offiziell heißt er Avenida de Maceo, aber so nennt ihn niemand.
Gebaut wurde er aus einem ganz praktischen Grund: Die Kaltfronten, die frentes fríos, peitschten die Wellen bis an die Häuser der Calle San Lázaro. Die Arbeiten begannen 1901 unter US-Militärverwaltung. Zur Feier der ersten 500 Meter entstand am Paseo del Prado ein Kreisverkehr, laut damaligen Architekten der erste Kubas aus Stahlbeton; sonntags spielten dort Kapellen kubanische Melodien. Gegenüber stand das Hotel Miramar, das erste Hotel des Landes, in dem Kellner im Smoking mit goldknöpfiger Weste servierten. Heute steht an seiner Stelle das Royalton Habana.
Die folgenden Regierungen bauten Stück für Stück weiter: 1923 reichte die Mauer bis zu den Calles K und L in Vedado, zwischen 1948 und 1952 bis zum Almendares. 1957 und 1958 rasten auf der Fahrbahn sogar die Wagen des Großen Preises von Kuba.
Achte auf die Menschen: Der Malecón ist bis heute Treffpunkt der Habaneros, und nachts angeln hier Familien, für die der Fang ein Teil des Essens ist. Nimm dir zwanzig Minuten, setz dich auf die Mauer und schau aufs Wasser. Dann geht es 1300 m, rund 19 Minuten, landeinwärts zum Revolutionsmuseum.
























