Via dell'Amore
Vor dir liegt ein breiter, gepflasterter Fußweg mit Geländer, buchstäblich in die Steilküste gehauen, rund dreißig Meter über dem Meer. Auf Ligurisch heißt er Via de l'Amô. Auf gut einem Kilometer verbindet er Riomaggiore und Manarola und gehört zum Nationalpark Cinque Terre und zum UNESCO-Welterbe. Achte auf den Blick nach unten: Zwischen Geländer und Wasser ist nur Fels.
Dass du hier überhaupt gehen kannst, ist keine Selbstverständlichkeit. Nach einem Erdrutsch 2012 wurde der Weg gesperrt, 2015 öffnete nur ein kurzes Stück wieder, und erst am 26. Juli 2024 war er wieder ganz begehbar. Ende 2024 beschädigte ein neuer Erdrutsch einen Tunnel und die Schutznetze; wiedereröffnet wurde am 14. Februar 2025, ausgerechnet am Valentinstag. Mehr als zehn Jahre lang war dieser Weg also kaum oder gar nicht zu haben.
Die Via dell'Amore ist ein Teilstück des Sentiero Azzurro, vom italienischen Alpenverein mit der Nummer 2 markiert, der von Riomaggiore bis Monterosso alle fünf Dörfer verbindet und von Wanderern am meisten begangen wird. Er ist die bequemere Alternative zur Alta Via delle Cinque Terre, dem alten Kammweg mit der Nummer 1 zwischen Portovenere und Levanto, der rund 500 Höhenmeter überwindet. Unter allen Abschnitten des Sentiero Azzurro ist die Via dell'Amore der bequemste und bekannteste.
Lohnt sich das Ticket? Wenn du die Küste nicht nur von oben, sondern aus der Felswand heraus erleben willst: ja. Du brauchst die Cinque-Terre-Trekking-Card für einen Tag mit Via-dell'Amore-Eintritt. Wer sparen will, steigt erst am Hafen ein. Bis dorthin sind es 1040 Meter und 14 Minuten, die längste Etappe der Tour.








