Baptisterium San Giovanni
Du startest vor dem runden Marmorbau, dessen Portal genau auf den Dom blickt: Mit 54,86 m Höhe und 34,13 m Durchmesser ist das Baptisterium San Giovanni die größte Taufkirche Italiens. Schau zuerst an der Fassade hoch. Unten siehst du romanische Rundbögen und eher schlichten Figurenschmuck, weiter oben spitze Wimperge und reiche gotische Figuren. So zeigt dir ein einziger Bau, wie sich der Stil in rund 200 Jahren von der Romanik zur Gotik verschoben hat.
Begonnen hat ihn 1152 der Baumeister Diotisalvi, der sein Werk mit Namen und Datum signierte; er ersetzte damit ein älteres Baptisterium. Fertig wurde der Bau erst 1363. Wie Dom und Campanile besteht er aus weißem Carrara-Marmor mit wiederkehrenden blaugrauen Streifen, die auch für Blüten- und Ornamentmuster genutzt wurden. Das ist eine Eigenheit bedeutender toskanischer Kirchen, mit lokalem Akzent: In Florenz und Pistoia griff man stattdessen zum dunkelgrünen Marmor aus Prato.
Nimm dir Zeit für das Ostportal, das wohl um 1200 entstand. Die beiden Säulen mit Blattwerk sind direkte Kopien eines antiken Vorbilds. Auf den inneren Pfosten sitzen je elf Reliefs im byzantinischen Stil. Links laufen die Monate von unten nach oben, beginnend mit dem Januar; September und Oktober teilen sich ein Feld. Rechts liest du von oben: die Himmelfahrt Christi, Engel, Maria mit erhobenen Händen, die Apostel paarweise nach oben blickend, die Höllenfahrt Christi und ganz unten König David.
Das Portal kostet nichts, für den Innenraum brauchst du ein Ticket. Das lohnt sich, wenn du den runden Bau auch von innen erleben willst; wer nur einen Überblick sucht, nimmt das Portal mit und geht weiter. Zum Camposanto sind es nur 110 m, etwa 2 Minuten.














