Basilica dei Santi Gervasio e Protasio
Der Rundgang beginnt mit dem Bauwerk, das du in Rapallo von fast überall siehst: dem Glockenturm der Basilica dei Santi Gervasio e Protasio. 67 Meter misst er, damit war er der höchste Liguriens, und in ihm hängt ein Geläut aus zwölf Glocken. Die Kirche selbst zeigt sich heute im klassizistischen Gewand; sie ist Stifts- und Pfarrkirche des Bistums Chiavari und trägt den Rang einer Basilica minor.
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Schon in römischer Zeit stand hier ein Tempel, das belegt eine gefundene Weihetafel. Schriftlich überliefert ist die Weihe der Kirche am 11. Oktober 1118 durch Papst Gelasius II., der auf dem Weg nach Frankreich war. Ob der Tag stimmt, ist umstritten: Am Vortag weihte er die Kathedrale von Genua, und die Reise in so kurzer Zeit gilt als wenig wahrscheinlich. Ab 1143 ist ein Kanonikerkapitel bezeugt.
Was du heute siehst, ist das Ergebnis vieler Umbauten. Die gotisch-romanische Kirche litt unter Überfällen und Plünderungen der Küstenstadt. Nach einer Visitation durch Bischof Orazio Spínola wurde sie Anfang des 17. Jahrhunderts umgestaltet, 1679 entstand eine neue Apsis an der Seite des alten Eingangs, und 1721 erhielt der Chor salomonische Säulen. Achte drinnen auf diese gedrehten Säulen; ein 1725 von einem Bürger gestiftetes Holzkreuz steht dagegen nicht mehr hier, es kam später in die Kirche von San Quirico d'Assereto.
Die schönste Anekdote erzählt der Turm. Ursprünglich stand er rechts der Kirche und sollte um 1750 erhöht werden. Doch er neigte sich immer stärker, 1753 brach man die Arbeiten ab und riss ihn ab. Auch am neuen Platz neben der Apsis war der Boden unsicher, also baute man ihn bis 1768 Etage für Etage in die Höhe. Der Eintritt ist frei, für einen Blick hinein reicht eine Viertelstunde.
Zum Oratorio dei Bianchi sind es 250 m, etwa 4 Minuten. Unterwegs kommst du am Mercato Coperto vorbei, der Markthalle der Stadt.












