Palais du Pharo
Du beginnst an einem Palast, in dem nie jemand gewohnt hat, für den er gebaut wurde. Louis-Napoléon Bonaparte, damals noch Präsident, wünschte sich 1851 bei einem Besuch einen Wohnsitz in Marseille und schoss eine Million Franc zu. Der Genfer Architekt Samuel Vaucher wählte das Gelände gegenüber dem Fort Saint-Jean, mit Blick über Hafen und Bucht, und legte 1853 seine Pläne vor. Gedacht war der Palast für Kaiserin Eugénie, und wer die Villa Eugénie in Biarritz kennt, erkennt die Verwandtschaft.
Der Bau begann am 15. August 1858, dem Geburtstag Napoleon Bonapartes, und kam kaum voran: Es fehlte an Geld, und der Stein wurde zugleich für die neue Kathedrale gebraucht. 1861 musste Vaucher gehen, Henri-Jacques Espérandieu übernahm. Merk dir den Namen, er begegnet dir heute noch zweimal. Als Napoleon III. 1870 stürzte, war der Palast nach zwölf Jahren noch unfertig, und die Menge schlug die kaiserlichen Embleme von der Fassade.
Nach dem Tod des Kaisers verklagte die Stadt die Witwe; am Ende überließ Eugénie 1884 Palast und Gärten der Stadt, unter der Bedingung, dass sie dem Gemeinwohl dienen. Das Gelände ist täglich frei zugänglich. Nimm dir die Zeit für den Jardin du Pharo und den Blick über die Hafeneinfahrt, das ist hier der eigentliche Gewinn.
Von hier sind es 1610 Meter, gut 20 Minuten, hinüber zum alten Hafen.
















