Amphitheater von Nîmes
Du stehst vor einem der am besten erhaltenen römischen Amphitheater der Welt. Die Fassade ragt 21 Meter auf, zwei Geschosse mit 60 Arkaden umlaufen ein Oval von 133 auf 101 Metern. Gebaut wurde es um 100 n. Chr., nur etwa zwanzig Jahre nach dem Kolosseum in Rom. Von rund 400 erhaltenen Amphitheatern gehört dieses zu den zwanzig größten.
Die Bauform stammt aus Süditalien: im Grunde zwei Theater, die sich gegenüberstehen, um eine ovale Arena herum. So sah jeder, egal wo er saß, was unten im Sand geschah. Hier fanden bis zu 24.000 Menschen Platz, verteilt auf 34 Ränge in vier voneinander getrennten Zonen. Unten auf der 68 mal 38 Meter großen Fläche kämpften Gladiatoren gegeneinander und gegen wilde Tiere.
Dass die Arena heute noch steht, verdankt sie ausgerechnet ihrem Niedergang. Gladiatorenspiele waren ein städtisches Vergnügen; als das Reich im 3. Jahrhundert in Bürgerkriege, Seuchen und Angst vor den Barbaren stürzte, verfielen mit den Städten auch die Spiele. Das frühe Christentum beendete sie ganz. Aus dem Amphitheater wurde eine Festung, später eine ummauerte kleine Stadt mit Häusern im Inneren. Erst im 19. Jahrhundert räumte man die Häuser aus und restaurierte den Bau.
Hinein lohnt sich für jeden, der Rom einmal von innen sehen will: Plane etwa eine Stunde ein. Die Arena ist bis heute in Gebrauch, für Konzerte und die Feria. Danach sind es 510 m und 7 Minuten zur Kathedrale; unterwegs passierst du das Musée de la Romanité und Nemausus.










