Okhra - Conservatoire des Ocres et de la Couleur
Okhra - Conservatoire des Ocres et de la Couleur liegt am Fuß der Monts de Vaucluse, im Gebiet des Parc naturel régional du Luberon, und sitzt in der ehemaligen Ockerfabrik Mathieu. Geführt hat sie über Jahrzehnte Camille Mathieu, Bürgermeister von Roussillon. Der Name des Hauses hat mehrmals gewechselt: ab 1994 Konservatorium für Ocker und angewandte Pigmente, ab 2008 Konservatorium für Ocker und Farbe, heute Écomusée de l'ocre.
Das Gelände umfasst die fünf Hektar der alten Fabrik. Wiederhergestellt wurden der Platz, an dem der Ocker gewaschen wurde, und die 2000 m² der alten Ockermühlen. Getragen wird das Haus als Genossenschaft, mit einem klaren Ziel: die Herstellung des Ockers, seine Geologie und das Ockererbe des Pays d'Apt bekannter zu machen.
Dass es hier überhaupt Ocker gab, verdankt Roussillon Jean-Étienne Astier. Zwischen 1780 und 1785 untersuchte er die gelben und roten Sande auf seinem Land, 1790 erlaubte ihm der neue Gemeinderat, die Ölmühle des Dorfes zu nutzen. Die Revolution schadete seinen Geschäften nicht: 1810 betrieb er zwei Fabriken nahe dem Dorf und eine im Ort selbst.
Die Nachbarn waren wenig begeistert. Sie beschwerten sich, Astier lade seinen Sand auf der Straße beim Hospiz ab und werfe die Rückstände neben ein Wohnhaus, sodass beim kleinsten Wind Staub in Häuser und Zisternen des ganzen Viertels dringe. Sein Beispiel machte trotzdem Schule: Im 19. Jahrhundert wurden im Pays d'Apt mehr als hundert Gruben geöffnet und der Ocker in fünfundzwanzig Fabriken verarbeitet. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts brach das Geschäft ein, als die großen Chemiekonzerne künstliche Farbstoffe auf den Markt brachten.
Der Eintritt lohnt sich für alle, die nach dem Pfad verstehen wollen, was mit dem Ocker danach geschah. Hier endet die Route; zurück zum Place de la Mairie bringt dich auf Wunsch die GPS-Navigation.
- Öffnungszeiten
- Täglich: 10:00–13:00, 14:00–18:00
- Preis
- 8.50 EUR