Place de la Comédie
Hier beginnt fast alles in Montpellier. Die Place de la Comédie ist rund 230 Meter lang und 50 Meter breit, und zusammen mit der anschließenden Esplanade Charles-de-Gaulle bildet sie eine lange, offene Achse mitten in der Stadt. Ihren Namen hat sie vom Stadttheater, der heutigen Opéra Comédie, deren monumentale Fassade die Südwestseite des Platzes beherrscht. Stell dich so, dass du die Fassade ganz im Blick hast: Dieses Haus brannte 1785 und noch einmal 1881 ab und wurde jedes Mal wieder aufgebaut.
Unter deinen Füßen lag einst die Stadtmauer. Der Platz entstand 1755 auf dem Gelände der alten Befestigung, auf Höhe der Porte de Lattes, und nahe den Gebäuden des Gouverneurs des Languedoc, dessen Stadtpalais Ende 1891 abgerissen wurde. Dass hier heute das Leben der Stadt pulsiert, ist kein Zufall: Unter Bürgermeister Jules Pagézy wurden im 19. Jahrhundert die Rue Foch und die Rue de la Loge durchgebrochen, und mit dem Bahnhof wurde die Comédie zum bequemsten Weg zwischen Gleisen und Altstadt.
Schau dir den Brunnen mit den Drei Grazien an: Aglaé, Euphrosyne und Thalie, geschaffen von Étienne Dantoine, einem Bildhauer aus Carpentras. Die Gruppe stand 1794 zuerst auf der Place de la Canourgue vor dem damaligen Rathaus und kam Ende der 1790er Jahre hierher. Was du siehst, ist allerdings ein Abguss. Das Original wanderte 1989 ins Musée Fabre und steht inzwischen im Foyer der Opéra Comédie.
Vom Platz gehst du rund 460 Meter, etwa 7 Minuten, zum Musée Fabre, also genau zu dem Museum, das die echten Grazien einige Jahre beherbergt hat.












