Kronenburgerpark
Der Rundgang beginnt im Grünen, nicht weit vom Bahnhof. Der Kronenburgerpark wirkt zunächst wie ein gewöhnlicher Stadtpark, bis du die Mauerreste entdeckst: Hier hat sich ein Stück der mittelalterlichen Stadtbefestigung erhalten, und mittendrin steht die Kruittoren, der Pulverturm. Rund dreißig Meter ist er hoch, gebaut 1425 und 1426 als Teil der zweiten Stadtmauer, die an dieser Stelle einen Knick machte. Das Wasser um ihn herum ist ein Rest des alten Stadtgrabens. Zwei weitere Mauertürme gehören zum Park: der St. Jacobstoren und De Roomse Voet.
Dass es diesen Park gibt, verdankt Nijmegen einem Verlust. Mit dem Festungsgesetz von 1874 verlor die Stadt ihren Status als Festung, 1876 begann der Abriss der Wälle, und man plante die Erweiterung der Stadt. Der Utrechter Gartenarchitekt Hendrik Copijn schlug 1880 einen Stadtpark vor, für den die gesamte Mauer hätte fallen sollen. Sein Plan scheiterte. Den Zuschlag bekam Leopold Rosseels aus Löwen, der die Umsetzung nicht mehr erlebte; sein Bruder Liévin legte den Park 1881 und 1882 an. Die Parkweg bekam eigens wegen des Parks ihren Namen.
Dass die Mauer blieb, ist vor allem Pierre Cuypers zu verdanken. Der Baumeister restaurierte zwischen 1878 und 1883 die Kruittoren und setzte sich dafür ein, die Stadtmauer in den Park einzubeziehen. Aus dem trockenen Verteidigungsgraben wurde dabei ein Weiher.
Schau dir auch den St. Jacobstoren an. Auf ihm stand bis 1887 eine Bockwindmühle namens Sans souci, ohne Sorge. Sieben Jahre stritt die Stadt mit dem Besitzer um den Abriss, dann riss ein Sturm einen Flügel ab, und die Mühle konnte für die Parkweg weichen. Ein Giebelstein am Eckhaus Parkweg und Van Berchenstraat, ganz nah beim Turm, zeigt sie bis heute in seinem oberen Teil.
Der Park ist frei zugänglich, eine Viertelstunde reicht. Zur Statue der Mariken van Nieumeghen auf dem Grote Markt sind es 650 m, etwa 10 Minuten zu Fuß.








