Reimlinger Tor
Hier fängt Nördlingen an, und zwar auch historisch: Das Reimlinger Tor ist das früheste der fünf Stadttore. Sein quadratischer Unterbau stand schon vor 1376 und wurde um 1480 verändert. Schau nach oben: Das oberste Turmgeschoss mit dem Zeltdach wurde 1603 erneuert, und auch die wulstig vorragende Geschützplattform und die Stube des Turmwächters kamen erst später dazu. Was du siehst, ist also ein Tor, an dem drei Jahrhunderte weitergebaut haben.
Der Grund für das Tor liegt in einem Befehl von 1327. Ludwig der Bayer verlangte damals, auch die Vorstädte mit Graben, Mauern und Befestigungswerken zu umgeben, denn sie lagen außerhalb der alten stauferzeitlichen Mauer. Dieses südöstliche Tor sicherte die Fernstraße, die über Harburg und Donauwörth zur Donau führte, weiter nach Augsburg und über die Alpenpässe bis nach Italien. Wer hier durchkam, war auf einer der großen Handelsrouten unterwegs.
Achte auf das Vorwerk: Das Vortor wurde Anfang des 16. Jahrhunderts angelegt und 1597 erhöht. Die Barbakane mit ihren zwei Rundtürmen ist 1825 verschwunden, doch Brückenwerk und Zwingermauern sind geblieben, und so wirkt das Tor bis heute weitgehend wie ursprünglich. Und schau dir die Ecken an: Die Mauern sind verputzte Ziegel, aber Eckquader, Gewände und Gesimse bestehen aus Suevit, einem heimischen Stein. Merk ihn dir, er begleitet dich die ganze Route.
Das Tor ist frei und jederzeit zugänglich, seit der Renovierung 2015/16 auch in gutem Zustand. Folge der Mauer 500 Meter, etwa 6 Minuten, zur Nördlinger Stadtmauer.




















