St. Michael
St. Michael prägt das Stadtbild von Schwäbisch Hall wie kein anderer Bau, und das liegt auch am Platz: Die Kirche sitzt auf einem Bergsporn am Osthang des Kochertals, am Ostrand der Kernstadt, gegründet auf Muschelkalkfelsen. Hinter ihr verlief nicht weit entfernt einst die Stadtmauer. Vor der Kirche spielen im Sommer die Freilichtspiele Schwäbisch Hall, die Kirche selbst ist ihre Kulisse.
Die Geschichte beginnt mit einem Datum: Am 10. Februar 1156 weihte der Würzburger Bischof Gebhard von Henneberg den Neubau dem Erzengel Michael. Die Idee kam von den Haller Bürgern, unterstützt von Abt Adalbert aus dem nahen Kloster Comburg, seinem Nachfolger Gernot und den Staufern. Alle hofften, an der aufblühenden Salzsiederstadt mitzuverdienen. Kurios: In der Urkunde gilt die große Kirche nur als Filiale der viel kleineren, aber älteren Pfarrkirche in Steinbach. Die Comburg wirst du am Nachmittag selbst besuchen.
Nach 1523 predigte hier Johannes Brenz, und von St. Michael ging die Reformation im Gebiet der Reichsstadt aus. Weil sie in Hall behutsam eingeführt wurde, blieb vieles aus der Zeit davor erhalten. Genau das macht den Innenraum sehenswert. Seit Oktober 2013 trägt die Kirche das Europäische Kulturerbe-Siegel als eine von 20 Stätten der Reformation in Deutschland.
Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Geh hinein, wenn dich mittelalterliche Ausstattung interessiert; heute finden hier auch Konzerte statt. Danach sind es 380 m und rund 5 Minuten bis zur Henkersbrücke.
















