Ulmer Münster
Bevor du hineingehst, tritt ein paar Schritte zurück und leg den Kopf in den Nacken: Der Turm des Ulmer Münsters misst 161,53 Meter, das Münster ist damit der zweithöchste Kirchenbau der Welt. Als die Türme 1890 fertig waren, gehörte es sogar zu den vier höchsten Bauwerken überhaupt.
Schau dann auf die Wände von Langhaus und Chor. Turm und Zierrat sind aus Stein, der Turm vor allem aus Sandstein, doch die Fassaden bestehen zum großen Teil aus sichtbarem Backstein. Deshalb wird das Münster auch als Backsteinkirche gezählt, und in dieser Reihe steht es neben der Frauenkirche in München und der Marienkirche in Danzig, hinter San Petronio in Bologna.
Begonnen wurde in der Spätgotik, vollendet erst im späten 19. Jahrhundert, nach einer Pause von Jahrhunderten. Als die Arbeiten im 16. Jahrhundert ruhten, stand allerdings schon fast alles bis auf die Türme und einen Teil des Außenschmucks; in Köln dagegen war beim Baustopp im 15. Jahrhundert nicht einmal die Hälfte fertig. Die Vorgängerin, die alte Pfarrkirche, lag vor dem Stadttor außerhalb der Mauern. In den Konflikten des 14. Jahrhunderts, etwa als Kaiser Karl IV. Ulm belagerte, machte das den Bürgern viel Ärger.
Hinein kostet nichts, und schon für den Raumeindruck lohnt sich ein Blick ins Innere, selbst wenn du nur wenig Zeit hast. Wer mehr will, steigt auf den Turm bis auf 143 Meter: Von dort siehst du über Ulm und das bayerische Neu-Ulm, bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu den Alpen, vom Säntis bis zur Zugspitze. Ob der Aufstieg extra kostet, erfährst du vor Ort.
Zur Kußgasse sind es 410 Meter, etwa fünf Minuten; unterwegs kommst du am Ulmer Wochenmarkt vorbei.
















