Theatro Municipal do Rio de Janeiro
Du startest an der Cinelândia, dem weiten Platz, auf den das Theatro Municipal do Rio de Janeiro blickt. Das Opernhaus im eklektischen Stil nimmt sich die Pariser Oper von Charles Garnier zum Vorbild, und es gilt als eines der schönsten und wichtigsten Theater Brasiliens. Schau dir die Außenwände genau an: Dort stehen die Namen klassischer europäischer und brasilianischer Künstler eingraviert. In der Nachbarschaft liegen die Nationalbibliothek und das Nationalmuseum der Schönen Künste.
Die Vorgeschichte ist ein Stück brasilianischer Politik. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Theaterleben in der damaligen Hauptstadt lebhaft, doch die beiden Häuser, das Lyrische und das São Pedro, galten Publikum wie Ensembles als schlecht ausgestattet. Nach der Ausrufung der Republik startete der Dramatiker Artur Azevedo 1894 eine Kampagne für ein neues Theater nach dem Vorbild der Comédie Française. Heraus kam nur ein Stadtgesetz, und die eigens erhobene Abgabe floss nie in den Bau.
Erst Bürgermeister Francisco Pereira Passos brachte die Wende. Er ließ das Zentrum umbauen und 1903 die Avenida Central eröffnen, heute Avenida Rio Branco, gestaltet nach den Pariser Boulevards. Sein Sohn Francisco de Oliveira Passos entwarf mit Albert Guilbert das Opernhaus, das die junge Republik repräsentieren sollte. 1905 begann der Bau, gegründet auf 1180 Holzpfählen im Grundwasser.
Hinein kommst du mit einer Führung zu festen Terminen, die Eintritt kostet. Für Architekturfans lohnt sie sich; wer nur die Fassade sehen will, bleibt draußen. Danach gehst du 960 m, etwa 14 Minuten, hinüber nach Lapa.












