Herz-Jesu-Kirche
Der Bau vor dir ist jünger, als man in einem Bergdorf erwartet: ein sechseckiger Grundriss, daneben frei stehend der Kirchturm mit fünf Glocken. Der Architekt David Casetti errichtete die Kirche ab 1960, am 10. September 1963 weihte Bischof François-Nestor Adam sie ein.
Unter diesem Bau liegen Jahrhunderte. 1535 stand hier eine erste Kapelle, 1666 ersetzte sie ein größerer Neubau unter dem Patronat des heiligen Theodul. 1746 kam ein Turm mit Zwiebelhaube dazu, seit 1754 ist eine Orgel belegt, 1781 läuteten erstmals Glocken. Am 8. Oktober 1893 wurde Saas-Fee eigene Pfarrei, 1894 entstand an derselben Stelle eine noch größere Kirche. Im November 1959 riss man sie ab: zu klein und zu reparaturbedürftig.
Drinnen zieht die Rückwand hinter dem Altar den Blick: Auf einem großen griechischen Kreuz erscheint Christus als Sieger mit der Dornenkrone. Die roten Würfel darunter stehen für die sich verströmende Liebe Christi, ebenso am Tabernakel. Den umgibt ein Geflecht stilisierter Kreuze, in dem Kristalle verschiedener Größe die guten Werke darstellen, die näher zu Christus führen. Kreuz und Tabernakel entwarf und schuf Wilhelm Polders aus Kevelaer. Achte auch auf den Boden aus Gotthard-Granit und die Bänke aus kanadischer Föhre.
Die Fenster sind das Werk mehrerer Künstler: Die farbigen Chorfenster entwarf Paul Monnier, gefertigt im Atelier Chiara in Lausanne. Den Kreuzweg aus farbigem Mosaikgestein und das Glasbild in der Taufkapelle schuf der Einheimische Werner Zurbriggen, die 24 bunten Fenster an den Seiten des Schiffs die Walliserin Anne-Marie Duarte-Ebener, mit Motiven aus den Seligpreisungen und der Bergpredigt. Die Orgel hat 26 Register auf zwei Manualen und Pedal. Der Eintritt ist frei, und wer moderne Sakralkunst mag, sollte sich hier Zeit nehmen.
Vom Gotteshaus geht es zum Haus des Pfarrers: 220 m, rund 3 Minuten bis zum Saaser Museum.










