Bahnhof Wengen
Die Runde beginnt dort, wo in Wengen alles ankommt. Das Dorf ist autofrei und hat keine Straßenanbindung, also bringt die Bahn nicht nur die Gäste herauf, sondern auch alles, was das Dorf zum Leben braucht. Die Züge der Wengernalpbahn fahren von Lauterbrunnen über Wengen bis zur Kleinen Scheidegg. Unter dem gebogenen Glasdach über den Bahnsteigen siehst du fünf Gleise: vier für durchfahrende Züge und ein Stumpfgleis, das in Richtung Lauterbrunnen zeigt.
Eröffnet wurde der Bahnhof am 18. April 1892. Schon 1899 baute man ihn um und ergänzte ein Depot, 1905 bekam er ebene Bahnsteige, und seit 1932 gibt es einen Zeitungskiosk. 1910 ging eine neue Strecke von Lauterbrunnen herauf in Betrieb und ersetzte die direktere, aber steilere ursprüngliche Linie. Die alte Trasse diente noch bis 2009 dem Güterverkehr, dann wurden die Gleise entfernt. Schau auf der Seite des Bahnhofs, die nach Lauterbrunnen weist: Die Stelle, an der sich beide Strecken trafen, ist noch zu erkennen.
Sein heutiges Gesicht bekam der Bahnhof in drei Bauetappen. Bis 1992 entstanden eine Umladestation für Abfälle mit eingebautem Betonwerk, eine Unterführung zum Güterbereich und ein Tank für 160.000 Liter Heizöl. Die zweite Etappe brachte eine Gepäck- und Güterhalle und das Glasdach, eingeweiht am 21. November 1997. 1998 wurden schließlich die Gleisanlagen erweitert.
Das eigentlich Spannende liegt unter deinen Füßen: Güterzüge aus Lauterbrunnen fahren regelmäßig in einen eigenen Güterbahnhof mit tiefliegenden Abstellgleisen im Untergeschoss des Personenbahnhofs. Züge mit Baumaterial wie Zement halten auf der anderen Seite und kippen ihre Ladung direkt in Trichter neben dem Gleis. Der Zugang zum Bahnhof ist frei. Von hier sind es nur 140 Meter, rund zwei Minuten, bis zur Mountain View Promenade.






