Thun-Panorama
In einem eigenen Bau im Schadaupark hängt ein Bild, das dich rundum einschließt: das Thun-Panorama, vor Ort auch Wocher-Panorama genannt. Es ist rund 7,5 Meter hoch und 38 Meter breit und gilt als ältestes erhaltenes Panorama der Welt. Es zeigt Thun im Jahr 1814, mit Blicken in Wohnstuben, Schulzimmer und Gassen.
Die Geschichte beginnt 1808: Der Maler Marquard Wocher reiste zum Unspunnenfest ins Berner Oberland, kam durch Thun und war von der kleinen Stadt am See so begeistert, dass er sie malen wollte. Zwei Sommer lang zeichnete er hier, unter anderem auf einem Dach mitten in der Altstadt sitzend. 1809 begann er mit dem Malen, ohne Gehilfen, fünf Jahre lang. Weil sich die riesige Leinwand nicht faltenfrei spannen ließ, überklebte er sie mit Hilfe befreundeter Buchbinder mit Büttenpapier. Malerfreunde schickten ihm Skizzen und Berichte über neue Bauten, damit das Bild aktuell blieb.
1814 öffnete er die Ausstellung. Trotz hoher Eintrittspreise kamen Besucher aus aller Welt; im Gästebuch stehen Marie-Louise von Österreich, Napoleons zweite Frau, und die Großfürsten Michael und Nikolaus, der spätere Zar. Seit 1960 gehört das Bild der Gottfried Keller-Stiftung, seit 1961 hängt es hier.
Der Eintritt kostet, und er lohnt sich: Nach der Runde durch die Altstadt erkennst du im Bild Orte wieder, an denen du eben warst. Zur Reformierten Kirche Scherzligen sind es 280 m, vier Minuten.
- Name vor Ort
- Wocher-Panorama
- Öffnungszeiten
- Mär–Nov: Di–So 11:00–17:00
- Preis
- CHF 9 Erwachsene, CHF 8 ermäßigt (Studierende, Lehrlinge, AHV, IV, Berner Oberland Pass)