Thun auf eigene Faust: Altstadt, Schloss und Seeufer

Von der Insel Bälliz über Schlossberg und Hochtrottoirs bis an den Seeausfluss: ein Rundweg, der zeigt, wie Thun zwischen Aare und See lebt.

13 Stationen 6,5 km ~1 Std. 31 Min. Gehzeit
Route der Tour durch Thun
Stopp 1 von 13
130 m·2 min
Bälliz
Geh nach Süden über die Bälliz bis zur Südspitze der Insel, zum Inseli Island Park.
Grüezi und willkommen in Thun. Ich bin Alex, und hier in der Aarestadt liegt das älteste erhaltene Rundpanorama-Gemälde der Welt.
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Der Rundgang durch Thun im Überblick

13 Stationen auf einem Rundweg: Du startest auf der Bälliz, gehst durch die Altstadt hinauf zum Schloss Thun, dann am Wasser hinaus zum Schloss Schadau und zurück zur Bälliz. 6,5 km, reine Gehzeit 1 Std. 31 Min.; mit den lohnenden Innenbesuchen rechne mit rund vier Stunden, mit Museum etwa fünf.

Plätze, Ufer und Park sind frei, ebenso die Stadtkirche Thun und die Reformierte Kirche Scherzligen. Eintritt kosten Schloss Thun, Kunstmuseum Thun und Thun-Panorama. Die GPS-Route im Browser ist kostenlos, der AI Tour Guide erzählt auf Wunsch dazu.

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Blick auf Thun

Die Route

Karte zum Thun Stadtrundgang: Insel, Altstadt, Seeufer

13 Stopps 6,5 km 1 Std. 31 Min. Gehzeit
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Die 13 Stationen auf dieser Route

  1. Bälliz in Thun, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    1Bälliz
  2. 2Inseli
  3. Thunersee, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    3Thunersee
  4. Mühleplatz in Thun, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    4Mühleplatz
  5. Rathausplatz in Thun, Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    5Rathausplatz
  6. Obere Hauptgasse in Thun, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    6Obere Hauptgasse
  7. Stadtkirche Thun, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    7Stadtkirche Thun
  8. Schloss Thun, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    8Schloss Thun
  9. Scherzligschleuse in Thun, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    9Scherzligschleuse
  10. Kunstmuseum Thun, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    10Kunstmuseum Thun
  11. Schloss Schadau in Thun, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    11Schloss Schadau
  12. Thun-Panorama, Station 12 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    12Thun-Panorama
  13. Reformierte Kirche Scherzligen in Thun, Station 13 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang
    13Reformierte Kirche Scherzligen
  14. Das ist die ganze Runde.

    Geh sie mit dem AI Tour Guide, der dich durch jede dieser Straßen führt.

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    Geschafft

Station für Station: dein Thun Rundgang von der Bälliz bis Scherzligen

  1. 1

    Bälliz

    Bälliz in Thun, Station 1 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Du beginnst mitten im Fluss. Die Bälliz ist eine Insel zwischen zwei Aarearmen, und Thun hat ausgerechnet hierher seine Einkaufs- und Flaniermeile gelegt: autofrei, Schaufenster an Schaufenster, als öffentlicher Straßenraum jederzeit zugänglich. Die meisten Städte bauen ihre Ladenstraße um einen Platz herum, Thun hat sie ins Wasser gesetzt.

    Präg dir die Lage gut ein. Fast alles, was auf dieser Runde kommt, dreht sich um dieses Wasser: der See, aus dem die Aare abfließt, die Wehre, die sie bändigen, eine hölzerne Schleuse, die seit 1726 über den Abfluss bestimmt. Und weil es ein Rundweg ist, stehst du am Ende wieder genau hier.

    Zum Inseli sind es nur 130 m, zwei Minuten an der Insel entlang.

    Öffnungszeiten
    Frei zugänglich, keine Öffnungszeiten
  2. 2

    Inseli

    Das Inseli ist ein kleiner öffentlicher Park an der Spitze der Insel, frei zugänglich zu jeder Stunde. Im Sommer gehört er zu den beiden Hauptbadestellen der Stadt, und dann wird aus dem stillen Grün ein Treffpunkt am Wasser.

    Ohne Badesachen ist das ein kurzer Halt: aufs Wasser schauen, durchatmen, weiter. Hast du an einem warmen Tag ein Handtuch im Rucksack, wird dieser Halt leicht der längste der ganzen Runde.

    Bis an den Thunersee sind es 440 m, sechs Minuten zu Fuß.

    Öffnungszeiten
    Frei zugänglich, keine Öffnungszeiten
    Preis
    Kostenlos
  3. 3

    Thunersee

    Thunersee, Station 3 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Hier öffnet sich der Blick auf den See, der der Stadt den Namen verdankt, oder genauer: der seinen Namen von Thun hat, das an seinem Nordufer liegt. Mit gut 48 Quadratkilometern ist der Thunersee der größte Schweizer See, der ganz in einem einzigen Kanton liegt. Entstanden ist er nach der letzten Eiszeit, und lange bildete er zusammen mit dem Brienzersee ein einziges Gewässer, den Wendelsee. Erst nach dem 10. Jahrhundert trennten sich die beiden.

    Heute fließt das Wasser des Brienzersees, der sechs Meter höher liegt, in den Thunersee, dazu kommen Bäche aus dem Oberland wie die Kander. Das Einzugsgebiet reicht bis zum Finsteraarhorn auf 4274 Metern und umfasst rund 2500 Quadratkilometer. Genau das ist Thuns altes Problem: Nach starkem Regen kommt viel Wasser, und die Aare, die den See entwässert, kann nur begrenzt viel davon abführen. Deshalb hat es hier immer wieder Überschwemmungen gegeben, und deshalb wirst du auf dieser Runde noch Wehre und eine Schleuse sehen.

    Seit 1835 fahren Dampfschiffe regelmäßig über den See. Heute sind es zehn Passagierschiffe der BLS, darunter die Blümlisalp, die Thun mit dem anderen Seeende verbinden. Eine dunklere Geschichte liegt auf dem Grund: Nach dem Zweiten Weltkrieg und bis 1964 versenkte der Bund nicht mehr benötigte Munition im See, je nach Angabe 3000 Tonnen oder sogar über 9020 Tonnen.

    Vom Ufer gehst du 560 m, acht Minuten, zurück an die Aare zum Mühleplatz.

    Öffnungszeiten
    Frei zugänglich, keine Öffnungszeiten
  4. 4

    Mühleplatz

    Mühleplatz in Thun, Station 4 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Der Mühleplatz holt dich vom See zurück an den Fluss. Ein zentraler Platz, ringsum Gastronomie, und dein Blick fällt auf die Flusswehre, die das Wasser hier in geordnete Bahnen zwingen. Das ist keine Zierde: Nach allem, was du am See über Hochwasser gehört hast, siehst du hier zum ersten Mal, wie sehr Thun sein Wasser verwaltet.

    Als Pausenplatz funktioniert der Mühleplatz gut, die Lokale liegen direkt am Wasser. Wenn du bisher ohne Pause unterwegs bist, ist das ein guter Moment dafür, oder du hebst dir den Hunger für einen Markttag am Rathausplatz auf.

    Bis dorthin sind es nur 150 m, zwei Minuten.

    Öffnungszeiten
    Frei zugänglich, keine Öffnungszeiten
    Preis
    Kostenlos
  5. 5

    Rathausplatz

    Rathausplatz in Thun, Station 5 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Ein paar Schritte, und du stehst im historischen Zentrum der Altstadt. Das Rathaus stammt aus dem 16. Jahrhundert und gibt dem Platz bis heute seinen Namen. Schau dir zuerst die Fassade an und dann den Platz selbst, denn er hat zwei sehr verschiedene Gesichter.

    Mittwochs und samstags steht hier vormittags der Wochenmarkt: Berner Hofkäse, frisches Brot, Öpfelmost. An diesen Tagen ist der Rathausplatz der lebendigste Ort der Innenstadt, und wer die volle Auswahl will, kommt früh. An allen anderen Tagen ist er ein ruhiger historischer Platz, auf dem du in Ruhe die Häuser betrachten kannst. Wer Thun über seine Lebensmittel erleben möchte, legt die Runde auf einen Marktvormittag.

    Zur Oberen Hauptgasse sind es 140 m, zwei Minuten.

    Öffnungszeiten
    Immer geöffnet
    Preis
    Kostenlos
  6. 6

    Obere Hauptgasse

    Obere Hauptgasse in Thun, Station 6 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Hier zeigt Thun sein eigenstes Gesicht, und zwar auf zwei Ebenen. Die Obere Hauptgasse hat Hochtrottoirs: Die Gehwege liegen ein ganzes Stockwerk über der Gasse, und der Verkehr läuft gleichzeitig oben und unten. Auf den ersten Blick wirkt das, als wäre beim Bauen etwas durcheinandergeraten. In Wahrheit ist es eines der durchdachtesten Details der Stadt.

    Lass dir Zeit. Geh ein Stück oben und ein Stück unten, und achte darauf, wie die Läden auf beiden Ebenen ihre Eingänge haben: Gehweg oben, Geschäfte unten und oben, alles auf engstem Raum. Gerade weil es so ungewohnt aussieht, lohnt sich der langsame Blick.

    Am oberen Ende der Gasse geht es hinauf zur Stadtkirche Thun, 170 m, vier Minuten.

    Öffnungszeiten
    Frei zugänglich, keine Öffnungszeiten
    Preis
    Kostenlos
  7. 7

    Stadtkirche Thun

    Stadtkirche Thun, Station 7 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die reformierte Hauptkirche der Stadt erkennst du schon von weitem an ihrem achteckigen Turm mit dem spitzen, ziegelgedeckten Helm. Er ist der älteste Teil: Der Turm stammt aus der Zeit um 1330, um 1430 bekam er Fresken. Der Kirchenbau daneben ist viel jünger, ein Neubau nach Plänen von Paulus Nader aus dem Jahr 1738.

    Unter dem Boden liegt viel mehr Geschichte. Vorher stand hier eine Kirche, die im Mittelalter dem heiligen Mauritius geweiht war, mit gotischem Hochchor und Ursprüngen im 13. Jahrhundert, und Spuren noch älterer Bauten reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück.

    Hinein lohnt es sich, zumal der Eintritt frei ist. Der spätbarocke Predigtsaal trägt Stuck von Daniel Haag. Achte auf den Abendmahlstisch im Renaissancestil von 1602 und die Kanzel von Daniel Gintzi aus dem Jahr 1661. Ein besonderes Stück ist das Epitaph, das Johann August Nahl der Ältere 1748 für den Schultheissen Beat Ludwig May schuf. Wer Orgeln mag, schaut nach oben: Das Instrument von Metzler entstand 1950, wurde 1994 erweitert und hat heute 47 Register und rund 3200 Pfeifen. Im Turm hängen fünf Glocken aus verschiedenen Jahrhunderten.

    Zum Schloss Thun sind es nur 180 m, drei Minuten.

    Öffnungszeiten
    Mo–So 09:00–19:00 Uhr (i.d.R.)
    Preis
    0 CHF
  8. 8

    Schloss Thun

    Schloss Thun, Station 8 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Schon im frühen Mittelalter standen auf diesem Hügel eine kleine Befestigung und eine Kirche. Das Schloss, das du heute siehst, ließ Herzog Berthold V. von Zähringen zwischen 1180 und 1190 bauen. Von ihm stammt der Bergfried bis auf die Höhe des Rittersaals, eines 14 Meter hohen Saals, der als Denkmal zähringischer Macht gedacht war. Das Kuriose: Die Zähringer wohnten nie hier, sie zogen eine andere Burg vor.

    1218 erbten die Kyburger das Schloss und bauten die oberen Geschosse. 1322 kam es hier zum Brudermord: Im Streit um die südlichen Kyburger Lande tötete Eberhard II. von Kyburg seinen Bruder Hartmann II. Um sich vor den Habsburgern zu schützen, verkaufte Eberhard das Land an Bern und bekam es gleich als Lehen zurück. Ein gescheiterter Überfall auf Solothurn 1382 löste den Kyburgerkrieg aus, und 1384 kaufte Bern Thun. Von da an war das Schloss Sitz der bernischen Verwaltung; das mächtige Dach entstand in den 1430er Jahren, 1429 kam im Westen das spätgotische „Neue Schloss“ als Wohn- und Amtsflügel dazu.

    Lange war das Schloss auch Gericht und Gefängnis: Spätestens seit dem 17. Jahrhundert saßen Häftlinge unter dem Dach des Bergfrieds, 1886 entstand auf dem Gelände ein neues Gefängnis. 1888 öffnete das Museum, und eine Zeit lang verkaufte der Gefängniswärter zugleich die Eintrittskarten. Seit 2006 gehört das Schloss der Stadt Thun.

    Der Eintritt kostet, und er lohnt sich für alle, die Geschichte mögen, vor allem wegen des Rittersaals; Familien bekommen eigene Tarife. Danach geht es 520 m, acht Minuten, hinunter zur Scherzligschleuse.

    Öffnungszeiten
    Feb–Mär: täglich 13:00–16:00 | Apr–Jun: täglich 10:00–17:00 | Jul–Aug: täglich 09:30–17:30 | Sep–Okt: täglich 10:00–17:00 | Nov–Jan: jeden Sonntag 13:00–16:00 (sowie 25. Dez – 10. Jan täglich 13:00–16:00)
    Preis
    CHF 10 (Museumsschloss), CHF 5 (Sonderausstellung), CHF 15 (Kombiticket Schloss + Sonderausstellung); CHF 8 ermäßigt (AHV/IV, Studierende, Lernende, Militär; Sonderausstellung CHF 3, Kombi CHF 11), CHF 3 Kinder (6-16 Jahre), CHF 20 Familienkarte (2 Erwachsene + 2 Kinder)
  9. 9

    Scherzligschleuse

    Scherzligschleuse in Thun, Station 9 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Zurück am Wasser stehst du an einem der unterschätzten Orte dieser Runde. Die Scherzligschleuse, auch Obere Schleuse genannt, ist eine gedeckte Holzbrücke mit Schleusenanlage aus dem Jahr 1726, und sie regelt seither den Abfluss der Aare aus dem Thunersee. Du betrittst also keine Postkartenbrücke, sondern ein arbeitendes Wasserbauwerk aus Holz.

    Bleib auf dem Steg einen Moment stehen und denk an die Orte hinter dir: das Hochwasserproblem am See, die Wehre am Mühleplatz. Thun entscheidet seit Jahrhunderten, wie viel See in den Fluss darf, und hier siehst du die Mechanik dazu. Der Steg ist jederzeit frei begehbar.

    Zum Kunstmuseum Thun sind es 300 m, vier Minuten.

    Öffnungszeiten
    Frei zugänglich, keine Öffnungszeiten
  10. 10

    Kunstmuseum Thun

    Kunstmuseum Thun, Station 10 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Das Haus direkt an der Aare war einmal ein Grandhotel, der Thunerhof. Seit 1949 zieht hier das Kunstmuseum ein und aus. Den Anstoß gaben in den 1940er Jahren der Kunstmaler Alfred Glaus, Alt-Gemeinderat Fritz Lehner und Alt-Stadtpräsident Paul Kunz, die einen würdigen Ort für die städtische Kunstsammlung suchten. 1948 wurde eine Kunstkommission gewählt, und Glaus übernahm Ordnung, Instandsetzung und Leitung der Sammlung.

    Heute zeigt das Museum jedes Jahr fünf oder sechs Wechselausstellungen, vor allem zeitgenössische Kunst mit nationalen und internationalen Positionen. Hier liefen etwa eine Einzelausstellung von Christian Marclay und die erste große Retrospektive der Künstlerschwestern Claudia & Julia Müller. Oft stellt das Haus heutige Arbeiten älterer Kunst gegenüber und fragt nach ihren Wurzeln.

    Der Besuch kostet Eintritt und lohnt sich für alle, die Gegenwartskunst mögen. Zwischen zwei Ausstellungen bleibt das Haus geschlossen, schau also vorher, ob gerade eine läuft. Zum Museum gehört übrigens auch das Thun-Panorama, das dich gleich erwartet.

    Jetzt kommt das längste Wegstück der Runde: 1800 m, rund 24 Minuten, bis zum Schloss Schadau.

    Öffnungszeiten
    Di–So 10:00–17:00, Mi 10:00–19:00, Mo geschlossen (zwischen Ausstellungen geschlossen; 24. und 31. Dez bis 16:00 geöffnet, 25. Dez geschlossen, 26. Dez sowie 1./2. Jan geöffnet)
    Preis
    CHF 10 Erwachsene, CHF 8 ermäßigt (Studierende, Lehrlinge, AHV, IV, Berner Oberland Pass)
  11. 11

    Schloss Schadau

    Schloss Schadau in Thun, Station 11 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Am Ausfluss der Aare aus dem Thunersee steht ein Schloss, das aussieht, als hätte jemand ein Stück Loire an den See gesetzt. Gebaut wurde es zwischen 1846 und 1854 für Abraham Denis Alfred de Rougemont und seine Frau Sophie de Pourtalès. Die Pläne stammen von James Victor Colin aus Neuenburg, der an der École des Beaux-Arts studiert hatte: Wohnturm, Palas, zentrales Corps de Logis und Ecktürme, Mittelalter und französische Renaissance in einem.

    Der Pariser Architekt Pierre-Charles Dusillion, der an der Restaurierung des Loire-Schlosses Azay-le-Rideau mitgewirkt hatte, überarbeitete die Fassaden. Von ihm kommen die kontrastierenden Farben der Materialien, die reichen Steinmetzarbeiten und die Veranda mit gotisierendem Maßwerk; ausgeführt hat sie der Bildhauer Joseph Hubert Verbunt. Schau dir den Rundturm genau an, seine Gliederung zitiert die königlichen Loire-Schlösser. Von Thun selbst erzählen am Bau vor allem Wappen und Initialen des Bauherrn.

    Seit 1925 gehört das Schloss der Stadt. Der Schadaupark rundum ist ein öffentlicher Englischer Garten und frei zugänglich, im Schloss gibt es ein Restaurant. Innen besichtigen kannst du es nur bei öffentlichen Schlossführungen mit Aperitif, die etwas kosten; für die meisten reicht der Park mit dem Blick auf die Fassaden.

    Das Thun-Panorama liegt nur 170 m entfernt, zwei Minuten durch den Park.

    Öffnungszeiten
    Schadaupark: Rund um die Uhr frei zugänglich | Schloss Schadau Restaurant: Mo–Sa 08:30–23:30, So 08:30–22:00
    Preis
    Park frei | Schloss Schadau (Hotel & Restaurant) Innenbesichtigung: CHF 25 (nur im Rahmen öffentlicher Schloss-Führungen inkl. Aperitif)
  12. 12

    Thun-Panorama

    Thun-Panorama, Station 12 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    In einem eigenen Bau im Schadaupark hängt ein Bild, das dich rundum einschließt: das Thun-Panorama, vor Ort auch Wocher-Panorama genannt. Es ist rund 7,5 Meter hoch und 38 Meter breit und gilt als ältestes erhaltenes Panorama der Welt. Es zeigt Thun im Jahr 1814, mit Blicken in Wohnstuben, Schulzimmer und Gassen.

    Die Geschichte beginnt 1808: Der Maler Marquard Wocher reiste zum Unspunnenfest ins Berner Oberland, kam durch Thun und war von der kleinen Stadt am See so begeistert, dass er sie malen wollte. Zwei Sommer lang zeichnete er hier, unter anderem auf einem Dach mitten in der Altstadt sitzend. 1809 begann er mit dem Malen, ohne Gehilfen, fünf Jahre lang. Weil sich die riesige Leinwand nicht faltenfrei spannen ließ, überklebte er sie mit Hilfe befreundeter Buchbinder mit Büttenpapier. Malerfreunde schickten ihm Skizzen und Berichte über neue Bauten, damit das Bild aktuell blieb.

    1814 öffnete er die Ausstellung. Trotz hoher Eintrittspreise kamen Besucher aus aller Welt; im Gästebuch stehen Marie-Louise von Österreich, Napoleons zweite Frau, und die Großfürsten Michael und Nikolaus, der spätere Zar. Seit 1960 gehört das Bild der Gottfried Keller-Stiftung, seit 1961 hängt es hier.

    Der Eintritt kostet, und er lohnt sich: Nach der Runde durch die Altstadt erkennst du im Bild Orte wieder, an denen du eben warst. Zur Reformierten Kirche Scherzligen sind es 280 m, vier Minuten.

    Name vor Ort
    Wocher-Panorama
    Öffnungszeiten
    Mär–Nov: Di–So 11:00–17:00
    Preis
    CHF 9 Erwachsene, CHF 8 ermäßigt (Studierende, Lehrlinge, AHV, IV, Berner Oberland Pass)
  13. 13

    Reformierte Kirche Scherzligen

    Reformierte Kirche Scherzligen in Thun, Station 13 auf dem selbstgeführten Stadtrundgang

    Die kleine Kirche am Ufer, direkt am Ausfluss der Aare aus dem See, ist einer der ältesten Orte der ganzen Gegend. Schon in der Antike dürfte hier eine Kultstätte gewesen sein, darauf deuten Münzfunde aus der Zeit Kaiser Trajans hin. Aus dem 5. oder 6. Jahrhundert stammt ein Doppelgrab-Mausoleum, über dem die erste Kirche errichtet wurde. Scherzligen ist einer der frühesten urkundlich erwähnten Orte im Kanton Bern: 761/762 wurde die Kirche einem Kloster geschenkt.

    Achte auf die Ausrichtung: Die Kirche zeigt nicht nach Osten, sondern genau zum Sonnenaufgang am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres. Die unteren zwei Drittel des Turms stammen aus dem 9. Jahrhundert, das Schiff mit der romanischen Apsis aus dem 10. oder 12. Jahrhundert. Der Legende nach gehörte die Kirche zu den zwölf Kirchen, die Rudolf II. von Burgund 933 rund um den Thunersee bauen ließ.

    Innen lohnt der Blick auf die Wandmalereien: um 1400 entstand die Darstellung vom Tod Marias, weitere Bilder an Nord- und Südwand stammen aus den Jahren nach 1440. Der Eintritt ist frei, und gerade nach dem Panorama ist diese Stille ein guter Abschluss.

    Zurück zur Bälliz sind es 1630 m, rund 22 Minuten; dort schließt sich die Runde.

    Öffnungszeiten
    Sommer (1. April – 31. Oktober): täglich 10:00–18:00 Uhr | Winter (1. November – 31. März): sonntags 11:00–16:00 Uhr (wenn nicht durch kirchliche Anlässe besetzt)
    Preis
    0 CHF
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Thun Route geladen
BällizThunerseeMühleplatzRathausplatz+9
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Du drückst nur auf Start.
AI Tour Guide

Du kennst die Route jetzt. Geh sie mit einem Guide im Ohr.

Drück auf Start, wo immer du bist, auch hunderte Kilometer von Thun entfernt, und der Guide fängt sofort an, seine Geschichten zu erzählen. In der Stadt wählst du jeden der 13 Stopps als Startpunkt: Der Guide führt dich hin und redet dann die ganze Route mit dir, fragt nach, hört zu, merkt sich deine Antworten und passt die Tour daran an.

13Stopps 6,5km 1 Std. 31 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Kürzere Runden durch Thun

Nicht jeder hat einen ganzen Tag. Die Runde lässt sich gut teilen: in die Altstadt mit dem Schloss und in den Abschnitt am Seeausfluss.

Altstadt und Schloss kompakt

Stopps: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

Für den ersten Besuch oder einen halben Tag: von der Bälliz über See, Märkte und Hochtrottoirs bis hinauf zum Schloss Thun und hinunter zur Scherzligschleuse. Bis zur Schleuse sind es 35 Minuten reine Gehzeit. Eintritt kostet hier nur Schloss Thun, die Stadtkirche ist frei.

Seeausfluss, Panorama und Kunst

Stopps: 10, 11, 12, 13, 1

Für alle, die Kunst und Geschichte am Wasser suchen: Start am Kunstmuseum Thun, dann Schadaupark, Thun-Panorama und Kirche Scherzligen, zurück zur Bälliz. 52 Minuten reine Gehzeit. Eintritt kosten Kunstmuseum und Panorama, Park und Kirche sind frei.

Die ganze Runde ohne Eintritt

Stopps: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13

Für ein kleines Budget: alle Stationen, aber Schloss Thun, Kunstmuseum und Panorama nur von außen; beide Kirchen besuchst du trotzdem innen, denn sie sind frei. Reine Gehzeit 1 Std. 31 Min.

Wie lange dauert dieser Thun Rundgang mit Schloss und Panorama?

Reine Gehzeit für die ganze Runde: 1 Std. 31 Min. Die Etappen in der Altstadt sind kurz, meist zwei bis vier Minuten; das lange Stück kommt zwischen Kunstmuseum Thun und Schloss Schadau mit 24 Minuten, dazu der Rückweg von Scherzligen zur Bälliz mit 22 Minuten.

Realistisch planst du für Schloss Thun etwa eine Stunde, für das Thun-Panorama eine halbe, für jede der beiden Kirchen eine Viertelstunde und für die übrigen Stationen ein paar Minuten. So kommst du auf rund vier Stunden; mit dem Kunstmuseum etwa fünf.

Die kompakte Altstadtrunde mit Schlossbesuch dauert gut zwei Stunden. Der Abschnitt am Seeausfluss mit Panorama und Kunstmuseum braucht etwa zweieinhalb Stunden, die ganze Runde ohne Eintritte ebenfalls rund zweieinhalb.

Vor dem Start in Thun

  • Start und Ziel: Empfohlen ist die Bälliz, dort endet der Rundweg auch wieder. Du kannst aber an jeder Station einsteigen; die Reihenfolge hier ist die empfohlene.
  • Passende Tageszeit: Ein Mittwoch- oder Samstagvormittag lohnt sich wegen des Markts auf dem Rathausplatz. Schloss Thun, Kunstmuseum und Thun-Panorama haben je nach Jahreszeit unterschiedliche Öffnungszeiten, im Winter teils stark eingeschränkt; prüf sie vorher, wenn du hinein willst.
  • Eintritt: Kostenpflichtig sind Schloss Thun, Kunstmuseum Thun und Thun-Panorama. Schloss Schadau siehst du innen nur bei einer öffentlichen Führung. Alles andere ist frei.
  • Für den Sommer: Pack ein Handtuch ein: Das Inseli gehört zu den beiden Hauptbadestellen der Stadt.
Routenkarte des Stadtrundgangs durch Thun
AI Tour Guide

Dein Guide für Thun ist bereit, wenn du es bist.

Drück auf Start und ein AI Tour Guide übernimmt ab hier: Er leitet die Route durch Thun, erzählt die Geschichten und macht aus deinem Spaziergang ein echtes, lebendiges Gespräch. Keine App, kein Download, läuft im Browser.

13Stopps 6,5km 1 Std. 31 Min.Gehzeit 13Sprachen
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Was der AI Tour Guide zwischen Schloss und See anders macht

Auf dieser Runde hängt vieles zusammen: der See, die Wehre, die Schleuse, die Kirche am Seeausfluss. Der AI Tour Guide führt dich als Gespräch von Ort zu Ort, erzählt die Geschichten und knüpft dabei an das an, was dich vorher gepackt hat. Fragst du am Schloss, wie es den Gefangenen unter dem Dach erging, oder in der Stadtkirche, was die Glocken aus verschiedenen Jahrhunderten erzählen, geht er darauf ein; du kannst ihn jederzeit unterbrechen. Die Route bleibt dabei dieselbe.

Ein echtes Gespräch Ein AI Tour Guide begrüßt dich, leitet die ganze Route und erzählt dir die Geschichten und Fakten, während du gehst, fragt dich, was du sehen willst, und hält ein echtes Gespräch am Laufen. Keine Aufnahme, die du auf Play drückst.
Karten-Navigation Folge der Route auf der Karte und geh in deinem eigenen Tempo. Du entscheidest, wo du startest und wann es zur nächsten Station geht.
Frag einfach Neugierig auf ein Gebäude am Weg? Frag deinen AI Tour Guide direkt vor Ort und das Gespräch geht weiter.
13 Sprachen Jederzeit die Sprache wechseln, keine separate Tour nötig.
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Häufige Fragen zu Thun

Kann ich auf dem Rundgang baden?

Ja, im Sommer. Das Inseli am Anfang der Runde ist eine der beiden Hauptbadestellen von Thun und jederzeit frei zugänglich.

Lohnt sich Schloss Thun mit Kindern?

Ja. Es gibt ermäßigte Kinderpreise und eine Familienkarte, und der hohe Rittersaal und das alte Gefängnis unter dem Dach machen Geschichte greifbar.

Kann ich den Rundgang mit einer Schifffahrt verbinden?

Ja. Kursschiffe der BLS fahren auf dem Thunersee, und der Thuner Schiffskanal verbindet den See mit dem Bahnhof Thun.

Welche Ausflüge passen gut zu Thun?

Bern liegt rund 25 km entfernt, ins Hochgebirge geht es nach Wengen oder Mürren.

Ist der Rundgang wirklich kostenlos?

Ja. Die ganze Tour ist kostenlos: Route, interaktive Karte und GPS-Navigation kosten dich nichts. Optional und kostenpflichtig ist nur der AI Tour Guide, der dich per Stimme durch die Tour führt und mit dir ins Gespräch kommt. Du testest ihn mit 100 kostenlosen Credits, danach zahlst du 5 € pro Stunde oder 19,99 € für diese ganze Tour, ohne Zeitlimit. Nicht enthalten ist der Eintritt bei 3 der 13 Stopps: Schloss Thun, Kunstmuseum Thun und Thun-Panorama verlangen eigenen Eintritt.

Muss ich eine App herunterladen?

Nein. Alles läuft im Browser deines Smartphones. Öffne die Route und lauf los, ohne Download und ohne Anmeldung.

Muss ich den Rundgang vorab buchen?

Keine Buchung nötig. Dieser selbstgeführte Rundgang ist jederzeit verfügbar. Öffne einfach die Route im Browser und lauf los. Der AI Tour Guide funktioniert sofort, ohne App, ohne Reservierung.

In welchen Sprachen ist der AI Tour Guide verfügbar?

Der AI Tour Guide spricht 13 Sprachen. Du machst die Tour in deiner eigenen Sprache und kannst jederzeit wechseln.

Kann ich Stationen überspringen oder die Route ändern?

Klar. Es ist deine Tour. Überspring Stationen, bleib länger an Orten, die dir gefallen, oder starte an einem beliebigen Punkt der Route. Du bestimmst das Tempo.
Bildnachweise
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