Buddha Tooth Relic Tempel und Museum
Der Buddha Tooth Relic Tempel und Museum ist ein aktiver Tempel des chinesischen Buddhismus mitten in Chinatown, und er sieht bewusst anders aus als seine älteren Nachbarn. Er folgt dem Baustil der Tang-Dynastie, also nordchinesischen Vorbildern; in einzelnen Räumen stecken leichte japanische und tibetische Einflüsse. Zur Anlage gehört das Shanmen, dessen Name „Bergtor“ bedeutet.
Hinter diesem Stil steckt eine lange Debatte. Das Singapore Tourism Board bat den Abt Shi Fa Zhao, den Tempel neu zu bauen, verlangte ein „traditionelles“ Aussehen und Räume für Veranstaltungen, die Einheimische wie Reisende ansprechen. Neun Entwürfe gab es, bevor einer feststand. Einen zu modernen lehnte der Abt ab, weil er nicht nach Chinatown passe. Ebenso verwarf er den südchinesischen Stil, in dem die alteingesessenen Tempel des Viertels gebaut sind, obwohl gerade dieser die Geschichte der Einwanderer widergespiegelt hätte.
Seinen Namen verdankt der Tempel einer Zahnreliquie des historischen Buddha, die in einem eingestürzten Stupa gefunden worden sein soll. Mit 7,5 Zentimetern ist der Zahn allerdings viel zu lang für einen menschlichen. Zu sehen ist die Reliquie im vierten Stock. Im Untergeschoss liegen ein Theater und ein vegetarischer Speisesaal, der kostenlose Mahlzeiten ausgibt; Spenden sind willkommen.
Der Eintritt ist frei, und ein Blick hinein lohnt sich für alle, nicht nur für Buddhismus-Interessierte. Der Abt gründete übrigens auch die Metta Welfare Association, die Menschen mit geistiger Behinderung, Ältere und Schwerkranke betreut. Von hier sind es 1360 Meter, rund 19 Minuten, bis Clarke Quay am Singapore River.




















