Wiedervereinigungspalast
Der Wiedervereinigungspalast, vor Ort Dinh Độc Lập, ist ein klarer Bau aus den 1960er Jahren, entworfen vom vietnamesischen Architekten Ngô Viết Thụ, der 1955 den Grand Prix de Rome gewann, die höchste Auszeichnung der Pariser Beaux-Arts-Schule. Hier lebte und arbeitete der Präsident der Republik Vietnam, also Südvietnams. Heute dient das Haus als Konferenzhalle für Staatsanlässe und als Museum.
Die Vorgeschichte ist dramatisch: Den alten Palast bombardierten zwei abtrünnige Piloten der eigenen südvietnamesischen Luftwaffe. Präsident Ngô Đình Diệm ließ ihn ersetzen, am 1. Juli 1962 begann der Bau, und die Familie zog solange in den Gia-Long-Palast. Fertig sah Diệm sein Haus nie: Im November 1963 wurden er und sein Bruder und engster Berater Ngô Đình Nhu nach einem Putsch unter General Dương Văn Minh ermordet. Eingeweiht hat den Palast am 31. Oktober 1966 General Nguyễn Văn Thiệu, damals Kopf einer Militärjunta.
Weltbekannt wurde der Ort am 30. April 1975: Ein Panzer der Befreiungsarmee durchbrach das Tor, Saigon fiel, der Vietnamkrieg war zu Ende. Bis 1976 blieb hier noch Regierungsbetrieb, dann zogen die Ämter nach Hanoi.
Hinein lohnt sich für alle, die die Geschichte Südvietnams an dem Ort verstehen wollen, an dem sie endete. Der Palast kostet Eintritt, eine Kombikarte schließt auch die Ausstellung ein. Plane rund eine Stunde ein.
Vom Palast gehst du 880 m, etwa 12 Minuten, zum Museum der Kriegsreste, das dieselben Jahre aus einem ganz anderen Blickwinkel erzählt.


















