Silbernes Tor
Du stehst an einem der vier römischen Haupttore in die Altstadt, die einmal Diokletians Palast war. Die Römer der Spätantike nannten es schlicht Porta Orientalis, das Osttor; lateinisch heißt es Porta argentea, kroatisch Srebrna vrata. Das Tor blickt nach Osten, in Richtung der römischen Siedlung Epetia, des heutigen Stobreč.
Wahrscheinlich im 6. Jahrhundert, als Flüchtlinge aus dem Umland hinter den sicheren Mauern Schutz suchten, entstand im Wachgang über dem Tor eine kleine Kirche des heiligen Apolinar. Solche Kirchlein gab es auch über dem Goldenen, dem Eisernen und dem Bronzenen Tor. Über die Jahrhunderte wuchsen Häuser und Kirchen in Mauer und Tor hinein, darunter die Barockkirche Dušica, die im Zweiten Weltkrieg bei den Bombenangriffen der Alliierten zerstört wurde. Im Mittelalter war das Tor weiter in Betrieb.
1764 öffneten die Venezianer, die Split lange regierten, nur wenige Meter daneben ein zweites Tor, das Kleine Tor; 1820 entstand direkt daneben ein Gebäude, das später das Archäologische Museum beherbergte. Was du heute siehst, ist das Ergebnis der Renovierung von 1952: Man entfernte damals spätere Anbauten, um die römische Ostmauer freizulegen, und verschloss dabei auch das Kleine Tor. Bis heute gilt dieser Eingriff als umstritten, weil er dem Umfeld viel von seinem gewachsenen Charakter nahm.
Gegenüber, neben dem Hauptmarkt, steht das Kloster der Dominikaner mit der Kirche der heiligen Katharina von Alexandria, im 13. Jahrhundert gebaut und nach dem Abriss im 17. Jahrhundert wiederhergestellt. Und eine Anekdote zum Schluss: Im Jahr 2000 fuhr Papst Johannes Paul II. im Papamobil durch genau dieses Tor zur Kathedrale.
Zum Goldenen Tor sind es 170 m, etwa zwei Minuten; unterwegs kommst du am Stadtmuseum von Split vorbei.


















