Antschischati
Du beginnst an der ältesten erhaltenen Kirche von Tiflis. Die Antschischati stammt aus dem 6. Jahrhundert; laut den alten georgischen Chroniken ließ sie König Datschi bauen, der Tiflis zu seiner Hauptstadt gemacht hatte. Von außen wirkt sie bescheiden, und genau das ist ihr Reiz: eine dreischiffige Basilika, innen durch Pfeiler mit hufeisenförmigen Konchen gegliedert, ein Hinweis auf ihr hohes Alter. Achte auf das Mauerwerk: Ursprünglich war sie aus gelbem Tuff gebaut, bei der Restaurierung kam viel Ziegel dazu. Von drei Eingängen ist heute nur noch der westliche in Gebrauch.
Ihren Namen trägt sie seit 1675. Damals brachte man eine kostbare Erlöserikone des Goldschmieds Beka Opisari aus dem Kloster Antscha in Klardschetien hierher, um sie vor den Osmanen zu retten. Antschischati heißt schlicht Ikone von Antscha. Die Ikone selbst ist heute im Kunstmuseum von Georgien ausgestellt. Den Glockenturm aus Ziegeln daneben ließ Katholikos Domenti im selben Jahr errichten.
Kriege mit Persern und Türken beschädigten die Kirche immer wieder, in den 1870er Jahren bekam sie sogar eine Kuppel. Zu Sowjetzeiten war sie Handwerksmuseum, später Künstleratelier. Zum 1500. Stadtjubiläum stellte man den Bau des 17. Jahrhunderts wieder her, die Arbeiten endeten 1964; Gottesdienste gibt es erst wieder seit der Unabhängigkeit 1991.
Geh kurz hinein, der Eintritt ist frei. Wenn du Glück hast, singt gerade der Antschischati-Chor, der als führender Vertreter des georgischen polyphonen Gesangs gilt. Danach sind es 630 Meter, rund 8 Minuten, über den Fluss zum Rike Park.
























