Stadtmuseum Villach
Das Stadtmuseum Villach sitzt im ehemaligen Palais Crusiz in der Widmanngasse, einem dreigeschoßigen Bau mit neun Fensterachsen, dessen Kern aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt. Die geknickte, späthistoristische Fassade kam erst um 1890 dazu, entworfen von A. C. Candoloni. Achte drinnen auf die Gewölbe mit Stichkappen und auf die dreigeschoßigen Arkaden zur Hofseite.
Der Innenhof allein lohnt den Blick. Das Renaissanceportal dort stammt von 1530/1540, stand aber ursprünglich am Engelhof in Perau und wurde erst 1971 hierher versetzt. Den Abschluss des Hofes bildet die ehemalige Stadtmauer mit einem rekonstruierten Wehrgang. Gleich nebenan erinnert das Denkmal der Namen an die Opfer des Nationalsozialismus.
Die Geschichte des Museums ist selbst eine Wanderschaft. 1873 gründete es der Baumeister Carl Andreas Picco mit seiner eigenen Sammlung. Nach mehreren Umzügen fand es 1935 ein Haus am Kaiser-Joseph-Platz, das 1945 von Bomben zerstört wurde; die Sammlungen waren rechtzeitig ausgelagert. Seit 1960 ist das Museum hier, 2017 erhielt es das Österreichische Museumsgütesiegel.
Inhaltlich geht es um den Villacher Raum: jungsteinzeitliche Siedlungsfunde vom Kanzianiberg, bronze- und hallstattzeitliche Funde von der Napoleonwiese über Warmbad-Villach, Römisches aus dem Stadtgebiet und frühmittelalterliche Gräber aus Judendorf und Völkendorf. Dazu kommen Tafelbilder zweier Villacher Meister des 15. Jahrhunderts, Friedrich von Villach und Thomas von Villach, Landschaften von Jakob Canciani und Bilder der Brüder Willroider. Der Eintritt kostet, unter 19 Jahren ist er frei; für alle, die Regionalgeschichte und spätgotische Malerei mögen, lohnt sich eine Stunde drinnen.
Zur letzten Station sind es nur 120 m, keine 2 Minuten, bis St. Jakob.
- Öffnungszeiten
- Di–So 10:00–16:30 (Mo geschlossen außer an Feiertagen; saisonal 2. Mai – 1. November 2026)
- Preis
- 8.00 EUR voll, 6.00 EUR ermäßigt, kostenlos unter 19