Lindwurmbrunnen
Ein mächtiger Drache aus heimischem Schiefer, rund sechs Tonnen schwer, dazu eine Herkulesfigur, ein Wasserbecken und ein schmiedeeisernes Gitter rundherum: Das ist der Lindwurmbrunnen, das Wahrzeichen Klagenfurts. Einheimische nennen den Drachen schlicht „Lindi“, und du wirst ihm in der Stadt noch öfter begegnen, denn er steht auch im Stadtwappen.
Dahinter steckt eine Gründungssage. Ein Lindwurm soll die Gegend heimgesucht haben, in der Klagenfurt entstand. Der Herzog ließ einen Turm bauen und einen Stier daran ketten. Als der Drache kam, um den Stier zu fressen, umringten ihn Ritter und erschlugen ihn. Drache und Turm wurden so zu den Symbolen der Stadt.
Die Geschichte des Brunnens ist nüchterner. Den Anstoß gab der verheerende Stadtbrand von 1514: Eine Stadt, die gebrannt hat, will Wasser am Hauptplatz. 1590 begann die Arbeit, ganz fertig war das Denkmal erst 1636. Die Herkulesfigur, die manche den Drachentöter nennen, schuf Michael Hönel. Der Drache wird oft Ulrich Vogelsang zugeschrieben, gesichert ist das aber nicht.
Schau dir den Kopf des Drachen genau an. 1335 fand man in einer Schottergrube vor Klagenfurt den Schädel eines Wollnashorns. Der Paläontologe Franz Unger vermutete 1840, dieser Fund habe den Bildhauer inspiriert, und so gilt der Lindwurm mitunter als früheste Rekonstruktion eines ausgestorbenen Tiers. Kritiker halten dagegen, dass es dafür keinen schlüssigen Beleg gibt. Ob du die Ähnlichkeit siehst, entscheidest du selbst.
Über den Neuen Platz gehst du 230 Meter, rund drei Minuten, hinüber zum Alten Platz, dem älteren der beiden Hauptplätze.












