Teppich von Bayeux
Der Teppich von Bayeux, vor Ort Tapisserie de Bayeux, ist derzeit geschlossen. Einen Besuch drinnen gibt es also nicht; der Halt lohnt sich trotzdem, denn kaum ein Werk ist so eng mit dieser Stadt verbunden.
Streng genommen ist es gar kein Teppich, sondern eine Stickerei aus dem 11. Jahrhundert: Wollfäden in zehn natürlichen Farbtönen, mit vier verschiedenen Stichen auf ungebleichtes Leinen gestickt. Darauf drängen sich 623 Menschen, 994 Tiere, 41 Schiffe und 37 Burgen und Gebäude. Seit 2007 steht das Werk im UNESCO-Register Memory of the World.
Erzählt wird der Streit um den englischen Thron, vom Ende der Herrschaft Eduards des Bekenners 1064 bis zur Schlacht bei Hastings 1066, in der Wilhelm, Herzog der Normandie, gegen Harold Godwinson siegte. Erstaunlich: Fast die Hälfte der Szenen spielt vor der Invasion. In Auftrag gegeben hat die Stickerei wohl Bischof Odo von Bayeux, Wilhelms Halbbruder. Entsprechend günstig kommt Wilhelm weg, manche sehen darin Propaganda. Für das Wissen über Kleidung, Burgen und Schiffe jener Zeit ist sie trotzdem unersetzlich.
Über Jahrhunderte hieß sie mal Leinwand der Eroberung, mal Teppich der Königin Mathilde, und bis Ende des 18. Jahrhunderts lag sie im Domschatz. In der Französischen Revolution entging sie nur knapp der Zerstörung. Der Weg zur Kathedrale, wo das alles geschah, ist kurz: 300 Meter, rund 4 Minuten, durch die Altstadt.
- Name vor Ort
- Tapisserie de Bayeux
- Status
- Derzeit geschlossen