Porte Mordelaise
Die Porte Mordelaise ist ein befestigter Torbau, einer der Überreste der alten Stadtmauer, und war lange der Haupteingang von Rennes. Schau dir zuerst den Aufbau an: ein großes Tor für Fuhrwerke und daneben ein kleines für Fußgänger, beide mit Spitzbogen, eingefasst von zwei wuchtigen Türmen, die oben einen Kranz aus Pechnasen tragen.
Hier war alles auf Abwehr angelegt. Vor dem Tor lag ein Graben, von einer Barbakane sind noch Reste erhalten. Beide Durchgänge ließen sich einst mit Zugbrücken an Galgen und Gegengewichten schließen, und dahinter fiel zusätzlich ein Fallgitter herab: doppelter Schutz gegen jeden Angriff. Über dem großen Tor entdeckst du einen Wappenstein mit zwei Löwen beiderseits einer Lanze. Es ist das Zeichen der Herzöge aus dem Haus Montfort, die ab 1364 über die Bretagne herrschten; ihre Zeit endete 1514.
Der Platz für ein Tor geht auf das 3. Jahrhundert zurück, als Rennes seine erste Mauer erhielt; Archäologen des 19. Jahrhunderts vermuteten hier eines von vier Toren, wie es eine ideale römische Stadt besaß. Was du siehst, stammt jedoch vor allem aus dem 15. Jahrhundert. Den Namen hat das Tor von Mordelles, einem schon im 11. Jahrhundert bedeutenden Lehen, in dessen Richtung es sich öffnet.
Durch dieses Tor zogen die feierlichen Prozessionen in die Stadt, und künftige Herzöge legten davor ihren Eid ab. Deshalb nennt man es mitunter auch königliches, herzogliches oder bischöfliches Tor. Ab 1418 wurde es mehrfach umgebaut und diente bis ins späte 16. Jahrhundert den Gouverneuren der Stadt als Wohnsitz, danach den Versammlungen der Stadtgemeinde. 1723 war es schon stark verfallen und wurde in Erbpacht vergeben.
Von hier sind es 240 m, rund 4 Minuten, bis zur Kathedrale, deren Westfront dir als Nächstes entgegenblickt.












