Marché Notre-Dame
Dein Tag beginnt nicht im Schloss, sondern dort, wo Versailles seit Jahrhunderten einkauft: im Viertel Notre-Dame, rund um die Markthalle Halles Notre-Dame und die offenen Carrés Notre-Dame. Schau dir den Grundriss an, denn er erzählt die Geschichte des Platzes. Die Aufteilung in einzelne Karrees geht auf die Zeit zurück, als hier jedes Lebensmittel seinen eigenen Bereich hatte.
Im November 1634 richtete Ludwig XIII. auf Anregung von Martial de Loménie hier den Markt von Versailles ein, wohl als Nachfolger eines noch älteren. Gehandelt wurde jeden Dienstag, dazu kamen drei Jahrmärkte im Mai, August und Oktober. Ab 1671 baute Ludwig XIV. den Markt aus, damit die junge „Ville Neuve“ rund um seinen Hof zuverlässig versorgt war. 1725 wurde der Platz neu geordnet, und Louis Blouin errichtete die Mehlhalle.
Vier Karrees gab es damals: eines für Kalb und Geflügel, eines für Butter und Seefisch samt Hafer und Getreide, eines für „Kräuter“, also Obst und Gemüse, und das Mehlkarree mit dem Poids-du-Roi. Dort lag ein Raum, in dem die Gewichte und Maße der Händler geprüft wurden. Ruhig ging es selten zu. Am 22. August 1740, mitten in einer Getreideknappheit, kauften Bäcker aus Paris hier das Mehl auf, und die Versailler wehrten sich lautstark. Danach zog eine ständige Wache aus Schweizergarden auf dem Platz ein.
Mit der Revolution verfiel der Markt. 1835 kaufte ihn die Stadt, er gehörte damit nicht mehr zum königlichen Besitz, die Händler wurden enteignet und entschädigt. Lange diente der Platz auch als Ort für Hinrichtungen. Der Besuch ist frei; nimm dir eine halbe Stunde und schau, was an den Ständen liegt.
Dann folgt der längste Abschnitt des Tages: 2190 m, etwa 30 Minuten, aus der Stadt hinaus in den Park bis zum Petit Trianon.






















