Haus und Garten Claude Monet
Hier beginnt alles. In diesem Haus lebte und malte Claude Monet 43 Jahre lang, und den Garten davor schuf er sich selbst als Motiv. Über Jahre ließ er Tausende Blumen pflanzen, weil er überzeugt war, dass ein Maler sich mit Natur umgeben und draußen arbeiten muss. Halte im Garten Ausschau nach den drei Dingen, die du aus seinen Bildern kennst: dem Seerosenteich, der japanischen Brücke und der Trauerweide.
Dass Monet überhaupt hier landete, verdankt er einer Mietschuld. In Poissy drohte ihm der Besitzer der Villa Saint-Louis mit dem Gericht, die Räumung war für den 15. April 1883 angesetzt. Monet brauchte ein bezahlbares Haus, nah genug an Paris für Händler und Kunstbetrieb, aber weit genug weg von Rivalitäten und Klatsch. Denn er lebte mit Alice Hoschedé zusammen, einer verheirateten Frau. Das Haus musste zehn Menschen fassen: ihn, seine Söhne von fünf und 15 Jahren, Alice und ihre sechs Kinder, die zwischen fünf und 19 Jahre alt waren. Dazu sollte ein Internat für Michel Monet und Jean-Pierre Hoschedé erreichbar sein.
Am 5. April 1883 nahm Monet die Bahnlinie von Gisors nach Pacy-sur-Eure, die entlang der Epte in jedem Dorf zwischen Vernon und Gasny hielt. Aus dem Waggon entdeckte er Giverny: 279 Einwohner, kleine Höfe ringsum, ein Schmied, drei Mühlen, eine Schule und ein Bahnhof. Das Bauerndorf von damals steckt noch im Grundriss, durch den du heute gehst.
Der Eintritt ist hier keine Frage, denn ohne den Garten fehlt der Grund für die Reise. 2010 kamen 530.000 Besucher, in der Normandie zieht nur der Mont-Saint-Michel mehr Menschen an. Das Anwesen steht seit 1976 als Monument historique unter Schutz, trägt die Auszeichnung Jardin Remarquable und zählt zu den Maisons des Illustres. Monets Seerosenbilder hängen in Dutzenden großen Sammlungen; hier stehst du vor dem Motiv selbst.
Vom Garten sind es 240 Meter und drei Minuten zum Musée des impressionnismes Giverny, wo die Geschichte der Maler weitergeht, die Monet in sein Dorf folgten.










