Puerta del Reloj
Hier beginnt alles: Die Puerta del Reloj ist das Haupttor zur Altstadt und war der ursprüngliche Eingang in die befestigte Stadt, die man heute die Ciudad Amurallada nennt. Sie steht zwischen der Plaza de la Independencia und der Plaza de los Coches. Ihren Namen verdankt sie der Uhr, die Anfang des 18. Jahrhunderts auf den Turm gesetzt wurde. Wer in Cartagena aufgewachsen ist, sagt allerdings meist Boca del Puente, Brückenmaul.
Der zweite Name erzählt die ältere Geschichte. Vor dem Tor lag der Canal de San Anastasio, und darüber führte eine Zugbrücke hinüber ins Viertel Getsemaní. Die Brücke war zugleich Waffe: Rückte ein Feind an, zog man sie hoch und sperrte Piraten und Bukaniere aus. Zusätzlich deckten die Bastionen San Pedro Apóstol und San Juan Bautista den Eingang.
Schau dir die Fassade genau an. Der römische Rundbogen wird von zwei Paaren toskanischer Säulen gerahmt, darüber läuft ein Fries mit Triglyphen. Entworfen hat das Tor der Militäringenieur Juan de Herrera y Sotomayor, Gründer der Academia de Cartagena. Kenner sehen darin ein besonders gelungenes Werk der hispanoamerikanischen Festungsbauschule, streng nach den Lehren Vaubans, und erkennen die Verwandtschaft zur Klosterkirche San Francisco in Santo Domingo, die denselben Bogen, dieselben Säulen und dasselbe Gebälk zeigt.
Das Tor kostet nichts und ist rund um die Uhr offen; du gehst einfach hindurch. Merk dir die Zugbrücke, sie kehrt am Ende der Runde wieder. Durch das Tor sind es 190 m, drei Minuten, bis zum Parque de Bolívar.






















