Basilika Unserer Lieben Frau von Candelaria
Du beginnst an der Ostseite des Parque Berrío, vor der verputzten Fassade der Basilika Unserer Lieben Frau von Candelaria, vor Ort Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria genannt. Achte auf die drei Portale: Die beiden seitlichen Körper führen zu den Kirchtürmen, der mittlere schließt mit einem dreieckigen Giebel. Darüber sitzt eine Kuppel auf einem achtseitigen Tambour, ein klassizistischer Kolonialbau, dessen Mauerwerk aus Stein und Mörtel über die Jahrhunderte immer wieder überarbeitet wurde.
Ihre Geschichte ist älter als die Stadt selbst. 1649 entstand hier eine schlichte Kirche aus Holz mit Strohdach, 30 Jahre bevor Medellín überhaupt gegründet wurde. Die Verehrung der Jungfrau von Candelaria brachten Spanier aus Teneriffa mit; sie verweist auf das Fest der Darstellung des Herrn. Das Bild im Hauptaltar sollen die spanische Königin Maria Anna von Österreich und ihr Sohn Karl II. der Kirche verliehen haben.
Der Holzbau verfiel, 1768 begann der Neubau, 1776 wurde er geweiht. 1850 kamen ein neuer Altar und eine neue Orgel, 1860 die Kuppel. 1868 stieg die Kirche zur Kathedrale des neuen Bistums auf, 1931 gab sie diese Rolle an die heutige Kathedrale ab. Die Türme sind jünger, als sie aussehen: Fertig wurden sie am 28. Februar 1888, zwei Jahre später hingen drei Glocken aus New York darin. 1970 erhob Papst Paul VI. sie zur Basilica minor, 1998 wurde sie Nationaldenkmal Kolumbiens.
Ein kurzer Blick hinein lohnt sich für jeden: drei Schiffe, ein Querschiff und die Kuppel von innen, dazu das königliche Altarbild. Der Eintritt ist frei. Danach gehst du 690 Meter, neun Minuten, zu der Kirche, die ihr 1931 den Bischofssitz abnahm.


















