Château royal de Collioure
Die Burg steht mit ihren Mauern direkt am Strand, und schon beim ersten Blick merkst du, dass hier nicht ein einzelner Bau steht. Das Château ist das Ergebnis von mindestens vier Burgen, die nacheinander an und über ihre Vorgänger gesetzt wurden. Achte beim Hingehen auf die wuchtigen, niedrigen Teile der Anlage: Sie stammen aus der Zeit, als Mauern nicht mehr Ritter, sondern Kanonen abhalten mussten.
Befestigt war der Platz schon lange vor jedem König. 673 belagerte Wamba, König der Westgoten, das „Castellum Caucolibéri“, um hier einen Aufstand niederzuschlagen. Im 12. Jahrhundert vermachte Girard II., der letzte unabhängige Graf des Roussillon, sein Land dem König von Aragón. Die neuen Herren förderten Collioure mit Privilegien, Steuerfreiheiten und einem jährlichen Markt und ließen an Burg, Hafen und Stadt bauen. Um 1207 errichteten die Templer hier ihre Burg, die 1276 in die königliche Anlage aufging.
Danach kamen die Könige von Mallorca, die im 13. und 14. Jahrhundert eine weitere Burg hinzufügten. Ihr Reich reichte von Montpellier über das Roussillon bis zu den Balearen, und ihr Hof war ständig unterwegs: Perpignan, Palma, Collioure. Im 16. Jahrhundert machten Karl V. und sein Sohn Philipp II. aus der Burg eine moderne Festung, angepasst an die Artillerie ihrer Zeit. 1642 schließlich belagerten die Truppen Ludwigs XIII. Collioure und das Château, als Spanier und Franzosen um die Stadt rangen.
Hinein lohnt sich, wenn du Festungen magst und dir eine Stunde Zeit nimmst: Die Burg kostet Eintritt, eine Ermäßigung gibt es auch. Wer nur wenig Zeit hat, umrundet die Mauern von außen und spart den Eintritt.
Von hier führt die längste Etappe der Route hinauf zur Mühle: 1200 m, 19 Minuten. Unterwegs passierst du La Gloriette, bevor der Olivenhain beginnt.












