Basilika von Copacabana
Vor dir steht eine Kirche im maurischen Stil, die ursprünglich als Renaissancebau angelegt war. Schau dir nicht nur die Front an, sondern auch das Atrium mit den Posas, die den Vorhof umgeben: Kirche, Vorhof und Posas sind als Ensemble gedacht und wurden gemeinsam 1640 fertig.
Gebaut hat sie im frühen 17. Jahrhundert der Architekt Francisco Jiménez de Sigüenza. Schon in der Kolonialzeit wurde die Kirche zu klein für die wachsende Zahl der Pilger, also erweiterte man die Capilla Mayor zum heutigen Kirchenschiff; 1651 war das geschafft, mit Sakristei, Atrium und Türmen. Parallel wurden Altäre und Retablos immer prächtiger. Von 1910 bis 1913 errichteten die Franziskaner den heutigen Camarín der Virgen, und bis 1971 wurde weiter renoviert, ausgebessert und neu gestrichen.
Der Grund für all das ist eine Holzfigur: die Virgen de la Candelaria, die Virgen Morena, gekrönte Königin Boliviens. Geschnitzt hat sie um 1580 der indigene Künstler Francisco Tito Yupanqui, ein Enkel des Inka Túpac Yupanqui. Dazu kommt eine große Sammlung religiöser Objekte.
Achte auch auf die Capilla Abierta, die Kapelle der Indigenen, die seitlich an das Kirchenschiff angebaut ist. Die Historiker José de Mesa und Teresa Gisbert hielten sie für das Außergewöhnlichste am ganzen Ensemble. Hier wurde unter freiem Himmel Gottesdienst gehalten, weil so viele Gläubige kamen und weil die indigene Bevölkerung religiöse Zeremonien im Freien gewohnt war. Heute sind ihre Bögen zugemauert und moderne Bauten drängen sich drumherum; am besten erkennst du sie von der Westseite.
Hinein lohnt sich für jeden, der Eintritt in die Basilika ist frei. Das angegliederte Museum mit dem Camarín hat eingeschränkte Öffnungszeiten und bittet um eine kleine Spende oder geringe Gebühr. Danach geht es bergauf: 1220 m und 24 Minuten bis zum Cerro Calvario.
- Name vor Ort
- Basílica de Nuestra Señora de Copacabana
- Öffnungszeiten
- Mo–Fr 07:00–18:00, Sa–So 07:00–19:00 (museum: Wochenenden 08:30–12:00 und 14:30–18:00)
- Preis
- Kostenlos (Basílica); kleine freiwillige Spende oder geringe Gebühr für das angegliederte Museum/Camarín