Coricancha
Von außen siehst du zuerst eine Kirche, Santo Domingo. Erst beim Näherkommen merkst du, worauf sie steht: Die unteren Mauern sind Inka-Arbeit, gleich große, von Hand zugehauene Quader, so genau gesetzt, dass zwischen den Steinen kaum eine Fuge bleibt. Achte auf den Übergang, wo die glatte Inka-Mauer endet und das spätere Mauerwerk beginnt.
Quri Kancha heißt auf Quechua „goldener Tempel“, ursprünglich hieß die Anlage Intikancha oder Intiwasi. Sie war Inti geweiht, dem Sonnengott, und galt als wichtigster Tempel des Inka-Reichs. Der Hohepriester wohnte hier und brachte die Opfer dar. Pachakuti Inca Yupanqui ließ Cusco und das Haus der Sonne neu aufbauen und mit Goldplatten verkleiden. Für die Mama-cunas, zölibatär lebende Frauen, die Wolle für den Tempel webten und färbten und Chicha brauten, stiftete er Gefäße aus Gold und Silber.
Die Bauweise war Absicht: Die Inka verwarfen jeden Stein mit dem kleinsten Makel. Der enorme Aufwand selbst zeigte, wie viele Arbeitskräfte der Herrscher aufbieten konnte. Nach dem Krieg mit den Spaniern im 16. Jahrhundert wurde der Tempel weitgehend abgetragen, Siedler holten sich die Steine für eigene Kirchen und Häuser. Auf den Resten entstanden Kirche und Kloster Santo Domingo, im 17. Jahrhundert neu gebaut, nachdem das Erdbeben von 1650 das erste Dominikanerkloster zerstört hatte.
Hinein lohnt sich für jeden, der die Inka-Steinmetzkunst aus der Nähe sehen will; der Eintritt kostet etwas, Studierende zahlen weniger. Danach gehst du 850 m in 14 Minuten hinauf nach San Blas, unterwegs an der Casa de los cuatro bustos vorbei, einem Kolonialhaus.














