Torre de la Calahorra
Du startest am Südufer des Guadalquivir, vor einer Festung, die von Anfang an eine Aufgabe hatte: die Brücke zu bewachen. Die Torre de la Calahorra ist islamischen Ursprungs und wurde als Eingang und Schutz der Römischen Brücke angelegt. Schau dir die Außenmauern genau an: Das Wappen von Kastilien und León stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist bis heute zu sehen, ebenso die Schießscharten, die man nach dem Aufkommen des Schießpulvers in die Mauern setzte.
Zum ersten Mal erwähnt wird der Turm 1236, als Ferdinand III. Córdoba für Kastilien eroberte und ihm die Festung den Weg erschwerte. Im 14. Jahrhundert stritten die Brüder Peter I. und Heinrich II. um den kastilischen Thron. Heinrich gewann und ließ einen Graben ausheben und einen zweiten Turm bauen, über eine Zugbrücke mit dem ersten verbunden. Ein dritter Turm kam hinzu, alle verbunden durch zwei Zylinder in derselben Höhe. 1514 ließ Johanna I. von Kastilien eine Vormauer um die Anlage ziehen; seitdem sieht sie aus wie heute.
Danach war die Calahorra vieles: Gefängnis für Adlige, ab 1863 eine Schule für Mädchen, später Kaserne der Guardia Civil. 1952 holte Bürgermeister Antonio Cruz-Conde das Gebäude für die Stadt. Nach der Restaurierung öffnete es am 29. April 1953 mit einer Ausstellung zum 500. Geburtstag des Gran Capitán, unter den Ehrengästen saß Franco. Den Namen Cruz-Conde hörst du in der Calleja de las Flores wieder.
Seit 1987 beherbergt der Turm das Museo Vivo de al-Ándalus, für das du Eintritt zahlst. Wer sich für al-Andalus interessiert, holt sich hier den Hintergrund für alles, was danach kommt; wer vor allem die Stadt sehen will, nimmt die Festung von außen mit. Zum Alcázar sind es 730 m, 10 Minuten.
















