Metropol Parasol
Du startest unter einem riesigen Dach aus Holz: Der Metropol Parasol überspannt die Plaza de la Encarnación auf 150 Metern Länge und 70 Metern Breite, rund 26 Meter hoch, getragen von nur sechs Pfeilern. Schau dir die Rippen genau an. Jede hat ihre eigene Krümmung, deshalb wirkt das Gitter aus Schichtholz, als würde es sich in Wellen bewegen. Die Sevillaner sahen darin schnell Pilze und tauften das Ganze Las Setas; so heißt es bis heute.
Entworfen hat es der Berliner Architekt Jürgen Mayer, dessen Projekt einen offenen Wettbewerb der Stadt zur Neugestaltung des Platzes gewann. Seine Vorlage waren übrigens keine Pilze, sondern die Gewölbe der Kathedrale, die du am Ende des Rundgangs von innen sehen kannst. 2003 kam der Entwurf unter 335 Bewerbungen in die Endrunde der fünf Finalisten für den Mies-van-der-Rohe-Preis für zeitgenössische Architektur, im Juni 2005 begannen die Bauarbeiten.
Unter dem Schirm steckt mehr, als man von außen ahnt: ein traditioneller Markt mit Lokalen im Erdgeschoss, eine Fläche für Veranstaltungen und das archäologische Museum Antiquarium. Ganz oben liegen eine Terrasse und ein Aussichtsweg mit Panoramablick über die Altstadt.
Der Weg nach oben kostet Eintritt, das Ticket gilt aber für zwei Besuche innerhalb von 48 Stunden. Daraus wird ein guter Plan: Schau dir das Bauwerk jetzt von unten an, das ist frei, und komm abends zurück, zum Sonnenuntergang und danach zur Lichtshow „Aurora“. Wer Sevilla einmal von oben sehen will, ist hier richtig; wer nur die Architektur erleben will, hat sie unten gratis.
Von hier sind es 890 Meter, etwa 12 Minuten, zur Casa de Pilatos: vom jüngsten Bauwerk der Route zu einem Adelspalast, der vor über 500 Jahren begonnen wurde.




















