Puerta del Sol
Du startest am Kilometer null Spaniens. Von der Puerta del Sol aus zählt das strahlenförmige Netz der spanischen Landstraßen seine Kilometer, und das passt zu einem Platz, der bis heute zu den belebtesten der Stadt gehört. Achte auf die berühmte Uhr: Zu ihren Glockenschlägen essen die Spanier in der Silvesternacht zwölf Trauben, eine pro Schlag, und seit dem 31. Dezember 1962 überträgt das Fernsehen diesen Moment live.
Der Name ist älter als der Platz. Im 15. Jahrhundert stand hier eines der Tore in der Mauer, die Madrid umschloss. Das Tor war nach Osten ausgerichtet und mit einer aufgehenden Sonne geschmückt, daher „Tor der Sonne“.
Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert war Sol die Nachrichtenbörse der Stadt. Kuriere aus dem Ausland und aus ganz Spanien kamen zur Post, und wer Neuigkeiten wollte, wartete hier. Die Gradas de San Felipe vor der Kirche San Felipe galten als einer der eifrigsten „mentideros de la Corte“. Das klingt nach Lügenbörse, kommt aber von „mentar“, über jemanden reden: Hier wurde getratscht, nicht unbedingt gelogen.
Das Postgebäude baute der Franzose Jacques Marquet zwischen 1766 und 1768. Unter Franco saß darin das Innenministerium samt Staatssicherheit, heute regiert von hier die Präsidentin der Comunidad de Madrid. Der Platz blieb politisch: Nach den Anschlägen auf die Pendlerzüge 2004 und gegen den Irakkrieg wurde hier demonstriert, und ab dem 15. Mai 2011 campierten Tausende mitten auf dem Platz gegen die Sparpolitik.
Zur Gran Vía sind es nur 400 Meter, gut 6 Minuten zu Fuß.




























