Museo de Arte de Lima
Der Rundgang beginnt im Ausstellungspark am Eingang zur Altstadt, vor dem Palacio de la Exposición. Gebaut wurde der Palast für die Weltausstellung von 1872. Schau dir die italienisch anmutende Fassade an: Sie stammt von Antonio Leonardi, einem italienischen Architekten, der damals in Lima lebte. Was du nicht siehst, trägt das Ganze: ein Gerüst aus Gusseisen, entworfen 1870 und 1871 in der Werkstatt von Gustave Eiffel.
Auch der Park hat eine Geschichte. Leonardi plante ihn zusammen mit dem Journalisten Manuel Atanasio Fuentes, und zwar dort, wo früher das Guadalupe-Tor stand, eines von zehn Toren der Stadtmauer. Unter Präsident José Balta wurde die Mauer 1868 im Zuge der Modernisierung abgerissen. Hier, wo du stehst, hörte die ummauerte Stadt also einmal auf.
Seit 1961 ist der Palast Sitz des Museo de Arte de Lima, kurz MALI. Die Sammlung umfasst Keramik, Textilien, Skulpturen und Gemälde aus fast 3.000 Jahren, von der vorkolumbischen Zeit bis heute. Das Museum ist privat und lebt von Eintritten, Mitgliedsbeiträgen und Spenden. 2015 wurden die renovierten Säle eröffnet, in denen die wichtigsten Stücke hängen; die zeitgenössische Sammlung mit über 1.000 Werken liegt dagegen größtenteils im Depot, bis ein neuer Flügel entsteht. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen, früher etwa mit Fotografien von Martin Chambi oder Werken von Gerhard Richter und Annie und Josef Albers.
Lohnt sich der Besuch? Wenn du die Kunst Perus einmal im Zusammenhang sehen willst, bevor du in die Kolonialstadt gehst, unbedingt; plane rund anderthalb Stunden ein. Wer nur die Altstadt sucht, bewundert die Fassade und geht weiter. Zum Jirón de la Unión sind es 1470 m oder 22 Minuten, vorbei am Paseo de los Héroes Navales.














